Dienstag, 8. Februar 2011

Brief an meine Mutter

Hallo Welt
Das Denken läßt mich einfach nicht los - keine Minute Verschnaufpause!
Denken an gegenwärtiges, denken an vergangenes ...
Vergangenes ...
Vor einigen Jahren (ca. November 2008) hatte ich einen Brief an meine Mutter geschrieben.
Abgeschickt habe ich ihn nie - habe mich nicht getraut, fühlte mich nicht berechtigt dazu ihr subtil doch diese Vorwürfe zu machen.
Viel anders würde ich den Brief heute auch nicht schreiben (eher noch einige Gedanken dazu) und ich denke, er gehört einfach auf diesen Blog - zum Rest meines Lebens ...


Hallo Mama

Lange Zeit habe ich jetzt überlegt, ob ich solch einen Brief überhaupt schreiben soll – ob es überhaupt etwas bringt, Dir einen solchen Brief zu schreiben.
Mir gehen sehr viele Dinge durch den Kopf die Dich betreffen und ich denke, die solltest Du auch wissen.
Wo fange ich an? Am besten bei der Scheidung von Papa und Dir.
Ich bin selber Mutter und kann nicht nachvollziehen wie eine Mutter, die ihr Kind liebt, es weggeben kann. Oder liebst Du mich nicht?
Du hast in Berlin mal versucht es mir zu erklären – zu dem Zeitpunkt war ich mit der Antwort zufrieden, einfach aus dem Grund weil ich meine Mutter wiederhatte.
Mittlerweile bin ich mit der Antwort nicht mehr zufrieden und würde gerne die wahren Gründe von Dir erfahren.
Mag sein, dass mein Brief im weiteren Verlauf anklagend klingt, mag sein das ich im weiteren Verlauf egoistisch wirke – sieh es nicht als Angriff, sondern nur als unbeantwortete Fragen einer Tochter an ihre Mutter.
Gut, ich bin ohne Mutter aufgewachsen. Ich hatte Stiefmütter die mehr als prägend waren.
Ich hatte einen Stiefopa, der mich als kleines Kind missbraucht hat und meine Kindheit war gelinde gesagt fürn Arsch!
Bei unserem letzten Telefonat (keine Ahnung wie lange das schon her ist) hat Du mir gesagt, ich sei selber Schuld, dass Du mich weggeben hast, so wie ich wäre. Wie bin ich denn? Wie ist denn ein Kind mit 2 Jahren?
Als Du damals nach Berlin gekommen bist, war die Welt für mich plötzlich wieder in Ordnung. Ich hatte das was ich mir immer gewünscht hatte – eine Mutter.
Aber Mama, wirklich geliebt gefühlt, habe ich mich nie von Dir.
Du bist zwar ein fröhlicher Mensch und allen gegenüber aufgeschlossen, aber Du warst zu mir immer sehr reserviert.
Ich habe es immer vermisst mal richtig in den Arm genommen zu werden, stattdessen hast Du mir ein Bussi aufgedrückt und mich an der Schulter gehalten.
Dann kam der Zeitpunkt, dass Du alle Hebel in Bewegung gesetzt hast, damit ich nach Dortmund ziehe.
Ich war so happy – mein Harmoniebedürfnis wurde gestillt – denn Harmonie gab es in meinem Leben nicht wirklich.
Also zog ich nach Dortmund mit dem Gedanken: dort ist Deine Familie, dort hast Du Schutz und Rückenhalt – dort bist Du zuhause.
Die erste Zeit war es auch ganz ok – ich denke die Euphorie über die wieder gefundene Familie stand an oberster Stelle und ließ manches in einem anderen Licht erscheinen.
Manchmal habe ich Dich dann darauf angesprochen, dass ich mich fühle wie das 5. Rad am Wagen. Du hast es abgetan und gesagt, das sei so nicht. Doch dieses Gefühl bin ich nie losgeworden und es zeigt mir einfach, dass mein Bauchgefühl mich nicht getrübt hat.
Irgendwann hat es dann geknallt und was dann alles passierte will einfach nicht in meinen Kopf.
Ich versuche es mal so zu erklären – wenn mein Kind Bockmist baut, rede ich mit ihr darüber und stehe dennoch in der Öffentlichkeit voll und ganz hinter ihr, denn ich liebe mein Kind über alles.
Du Mama hast mich fallen lassen wie eine heiße Kartoffel – wie ein lästiges Geschwür, welches man so schnell wie möglich loswerden will.
Im Internet hast Du verbreitet, ich hätte Deine Homepage gehackt um mich an Dir zu rächen.
Ich habe in einem Brief alles aufgeschrieben was mich bewegt – und ich habe über 1!! Jahr auf eine Antwort gewartet (die ich bis heute noch nicht erhalten habe).
Als ich dann in meinem Forum etwas zu dem Thema geschrieben habe (ich habe nicht mal Deinen Namen genannt , geschweige denn Deine Initialen benutzt), da bist Du aktiv geworden und kamst mit diesem bescheuerten Brief und der Anwaltsdrohung.
Warum hast Du nicht vorher mal reagiert? Warum hast Du nicht auf meinen Brief geantwortet und meine Gefühle einfach mit Füssen getreten?
Als es dann zu dem besagten Telefonat kam, hast Du behauptet ich würde Dir den Kontakt zu Deinem Enkelkind verbieten. Das stimmt nicht und das weißt Du auch. Ich habe den Brief vorher auf einen Schmierzettel geschrieben bevor ich ihn ins Reine geschrieben habe und dort stand lediglich, dass Du der Kurze nicht die gleich leeren Versprechungen machen sollst wie mir.
Denn ich weiß genau wie weh es tut, wenn man einer Person vertraut und fallen gelassen wird.
Und dieser Eindruck hat sich nur noch mehr verstärkt – denn seit meinem Brief in welchem ich schrieb, dass ich nicht möchte, dass Du mein Kind im Fernsehen nennst oder Photos zeigst, seitdem hört mein Kind nichts mehr von seiner Oma.
Du warst nicht bei ihrer Einschulung (die Maus kommt bald schon in die 3.Klasse) und Du hast Dich auch sonst nie gemeldet.
Selbst wenn Du sagst, ich hätte es Dir untersagt: wenn ich einen Menschen so liebe, dann suche ich Mittel und Wege um mit ihm in Kontakt zu treten.
Liebst Du uns nicht Mutti?
Der endgültige Beweis dafür, dass ich Dir scheißegal bin war der als mir FREMDE Menschen im Internet erzählt haben, dass Oma gestorben ist.
Du hast mir nicht mal die Möglichkeit gegeben mich von ihr zu verabschieden!
Und wenn Du das jetzt liest und Dir denkst, "ja die hat sich ja auch nicht mehr gemeldet" - stimmt, ich habe mich nicht gemeldet so wie sich auch niemand anderes bei mir gemeldet hat und ich einfach das Gefühl hatte, dass Du die gesamte Familie gegen mich aufgehetzt hast.
Denn es war immer Deine Familie, nicht meine.
Als ich dann auch wieder via Internet von Deiner Krebserkrankung erfuhr, war mir klar, dass ich keinen Platz in Deinem Herzen habe, nicht mal einen klitzekleinen.
Nimm es jetzt bitte nicht als Vorwurf, ich finde es schrecklich was Dir passiert ist – jetzt das große „aber“: denkt man dann wenn man alles überstanden hat nicht auch an seine Kinder? Ob es sie genetisch bedingt nicht auch treffen könnte?
Ich verstehe das alles nicht und ich denke, dass hier auch noch massig Punkte fehlen die mir in Kopf rumschwirren, aber ich möchte an dieser Stelle einfach mal enden.
Ich würde mir von Dir wünschen, dass Du über das Geschriebene sachlich nachdenkst (ich weiß wie schnell Du aufbrausend sein kannst wenn Du Dich angegriffen fühlst).
Und vielleicht hälst Du es ja auch für wichtig genug Deine Tochter nicht länger im Unklaren zu lassen und magst mir dann auch ein paar Zeilen schreiben.

Alles Liebe

Mittwoch, 2. Februar 2011

Will ich alles wissen ?

Hallo Welt!

Ja, will ich alles wissen ? Das frage ich mich schon die ganze Woche.
Es ist jetzt eine Woche her, seit meiner letzten Therapiestunde - eine Doppelstunde!
Wohlbemerkt meine erste und letzte Doppelstunde.
Meine Therapeutin meinte, es sei zu anstrengend.
Ich fragte sie, für mich oder für sie.
Sie antwortete; für sie auch!
Klasse!
Jetzt treffen wir uns nur noch alle 2 Wochen zu einer Einzelstunde ...
(Ich glaube sie ist nicht die Einzige die mich anstrengend findet)

Aber darum dreht sich mein Gedankenkarussell im Moment weniger.
Vielmehr war es die Aussage gegen Ende der Stunde.
Beim vorletzten Mal hat sie schon so Andeutungen Richtung Borderline gemacht.
Auch da hatte ich die ganze Woche gegrübelt und noch so gedacht: naja, dann wüssteste wenigstens was los ist, hast was zu packen und kannst damit arbeiten.
Also habe ich sie ganz mutig (*hust* hat ne Doppelstunde gedauert bis ichs raushatte) gefragt, ob ich Borderliner sei.
Sie denkt JA!
Sie denkt ja, heisst nicht, es IST so ... oder ?
Alles würde darauf hinweisen und es würde auch alles zu meiner Kindheit passen ... und überhaupt...
Sie hat versucht es sehr behutsam zu sagen - wobei ich mich wieder frage, warum kann sie es nicht rums bums vor den Kopf sagen - fertig ? Warum noch zig Erklärungen und Aufführungen von Fakten die das Ganze noch realer machen? Will ich das wissen ?
Ich dachte ok - hmm und geht das irgendwann wieder weg ?
Nein geht es nicht!
Man kann es "lindern" und versuchen damit zu leben (oder man läßt es!)
Ok dachte ich, jetzt hast du das was du willst - du hast was zum packen, was mit dem man arbeiten kann. Ich weiß was los ist...
Toll gedacht...
Schon am nächsten Tag war ich mir nicht mehr so sicher, ob ich das positiv sehen soll was zu "packen" zu haben, zu wissen was los ist - scheiß drauf!!!!!!!!!
Ich wills grad gar nicht wissen - mir gehts seitdem total scheisse und das Denken hat eher zu- als abgenommen.
Das Internet wird durchforstet nach Plattformen oder Seiten, die Antworten liefern können.
Aber ich bekomme keine Antworten!
Stattdessen erschlägt mich der ganze neue Input und überfordert mein Gehirn.
Und ich kann es nicht stoppen.
Es gibt so einen tollen Spruch aus den 80ern (glaub ich):

Haltet die Welt an- ich will aussteigen!!!

Dienstag, 25. Januar 2011

Post zum Aufatmen

Hallo ihr da draußen

Ein kleiner weiterer Beweis - bin so froh nicht mehr ganz so alleine zu sein.


Montag, 10. Januar 2011

Ein kleiner Hoffnungsschimmer ?

Hallo ihr da draußen

Nun ist es schon wieder eine ganze Weile her, daß ihr von mir gelesen habt.
Das hat verschiedene Gründe.
Der Hauptgrund ist aber, daß ich mich in den letzten Wochen soviel mit meiner Vergangenheit auseinandergesetzt habe - ich hatte einfach nicht die Kraft hier zu berichten.
Doch seit ein paar Tagen habe ich etwas neuen Mut gefasst und ich will euch erzählen warum.

Vor einigen Tagen hatte ich einen ziemlich krassen Alptraum aus meiner Kindheit. Von dem Haus wo ich als Kind wohnte und wo der Missbrauch und die Misshandlungen stattfanden.
Als ich aufwachte, war mein erster Gedanke : ich muss meine Jugendfreundin von damals anrufen!
Wir hatten uns zwar seit gut 26 Jahren nicht mehr gesehen, aber dank des Internets findet man ja doch immer wieder zueinander.
Ich kann mich noch dran erinnern, daß ich damals spät am Abend im Nachthemd von zuhause weggelaufen bin und zu meiner Freundin gelaufen bin (sie wohnte schräg gegenüber von uns).
Das ich tierisch Schläge bekam und die Treppe runtergetreten wurde als ich wieder zuhause war, das weiß ich noch - aber ich weiß den Grund für mein Weglaufen nicht mehr.
Also rief ich meine Jugendfreundin vor ein paar Tagen an um sie zu fragen ob sie sich an besagten Abend noch erinnere.
Ja das tat sie - und nicht nur an diesen Abend...
Sie konnte sich noch daran erinnern, daß ich jede Stunde mich zuhause melden musste vom Spielen und wenn nicht gabs Schläge mitm Kochlöffel. Das sei ihr als Kind schon unheimlich gewesen sagte sie.
Ich habe dann anschliessend noch mit ihrer Mutter telefoniert.
Sie konnte sich an genauere Dinge erinnern.
z.B. der Abend als ich im Nachthemd zu ihnen kam.
Ich war immer der Meinung gewesen, die haben mich einfach wieder weggeschickt - aber so war es gar nicht.
Es war wohl schon fast Nacht als ich mit nem zerrissenen Nachthemd bei den Eltern meiner Freundin auftauchte und total aufgelöst war.
Mein Erzeuger rief direkt dort an um zu fragen ob ich dort sei.
Er kam dann auch zügig rüber um mich abzuholen.
Die Eltern meiner Freundin wollten mich aber über Nacht dortbehalten.
Mein Erzeuger war aber der Meinung, die hätten keine rechtliche Handhabe mich dazubehalten und er würde mich wieder mitnehmen.
Er behauptete, ich habe ein altes Nachthemd aus dem Altkleidersack genommen um vor den Nachbarn eins auf "armes Kind - mir gehts so schlecht" zu machen O_o
Die Mutter erzählte mir auch, daß mir beim Spielen mal die Anziehsachen hochrutschten und ich sie hastig wieder zurechtzog.
Sie fragte mich, was das für blaue Flecken an meinen Armen und Beinen seien und ich hätte gesagt, ich hätte mich gestossen.
Weiter sagte sie, daß ich mal mit Nasenbluten nachhause kam und nicht durch die Haustür durfte um nicht alles vollzubluten. Musste dann durch den Garten hinten in den Keller.
Und das öfter mal Kochlöffel an meinem Körper zerbrochen sind, war wohl auch ein offenes Geheimnis...
Wo jetzt der Hoffnungsschimmer ist ?
Die Mama meiner Jugendfreundin wird ihre Erinnerungen schriftlich festhalten und es meinem Anwalt zur Verfügung stellen.
Und ich denke, diese Informationen werden sicherlich hilfreich sein im Prozess gegen das Versorgungsamt...

Dienstag, 26. Oktober 2010

Kraftlos

Hallo Welt

Hier noch mal das "einfühlsame" Schreiben des Amtes für soziale Angelegenheiten Rheinland-Pfalz:
(Zum Vergrößern, bitte anklicken)


Zu Punkt 1.)
Gesundheitliche Schädigung.
Wie entscheidet das Amt f.s.A. was gesundheitliche Schädigungen sind ??
Für mich ist eine psychische Erkrankung und Depressionen seit Kindheit eine enorme gesundheitliche Schädigung. Und die rührt sicherlich nicht nur daher, daß auf meinem Hintern dutzende Kochlöffel zerbrochen sind....

Zu Punkt 2.)
Den "netten" Papi meiner Stiefmutter lernte ich bereits im zarten Alter von 6 Jahren kennen. Von da an waren wir regelmäßig zu Besuchen und im Urlaub bevor wir 1980 gänzlich dorthin zogen und er nun freien Zugriff hatte wann immer ihm danach war.
Laut meiner Stiefmutter scheint Missbrauch nur bei festem Zusammenwohnen möglich zu sein ...

Zu Punkt 3.)
Und wieder der Trugschluß das Missbrauch nur mit vielen, vielen Zeugen möglich ist.
Das meine Schwester ebenfalls in ihrem Bericht geschrieben hat, daß sie von dem A**** angefasst wurde, scheint nicht zu zählen - denn sie war ja bei MIR nicht dabei!!!!

Welch eine herrliche Logik!
2 "Damen" sagen aus: "Nein der Papa bzw. der liebende Ehemann, macht sowas nicht!" und 2 schon immer schwer erziehbare und problematische Frauen behaupten, daß der liebe Opi ein Pädophiler war ?!
Na das geht aber gar nicht.
2 gegen 2
Im Zweifelsfall immer für den liebenden Vater und Ehemann, der ja sowieso schon verstorben ist und sich gar nicht mehr rechtfertigen kann ...
Ich könnte kotzen!!!!!!!!!!!

Mein Anwalt möchte Klage einreichen - meine Therapeutin rät mir dringend davon ab, weil ich der Belastung dadurch nicht gewachsen sei.
Auf wen höre ich ??
Auf das Gefühl endlich wahrgenommen zu werden und für mein Recht zu kämpfen - oder auf meine Gesundheit, die so oder so nicht der Norm entspricht ???

Ganz ehrlich ?
Ich weiß es nicht! Und ich muss mich schnell entscheiden.
Neuer Druck - mach ichs - mach ichs nicht ....
Was würdet ihr tun??

Freitag, 22. Oktober 2010

Von Triggern und Felsbrocken

Hallo ihr da draussen...

Vor einigen Tagen war es mal wieder soweit.
Man saß zusammen in einer gemütlichen Runde, hatte viel Spaß und lachte viel.
Das Leben kann ja auch schön sein - muß aber nicht ...
Wie das so ist wenn man zusammen ist und klönt - man erzählt sich früher oder später auch mal seine Kindheitserinnerungen.
Ist ja auch ein schönes Thema - muß aber nicht ...
Als wir so gemütlich zusammensaßen kam das Thema irgendwie auf die Großväter und ihre sonntäglichen Frühschoppen.
Lustige Geschichten waren dabei, aber bei mir kamen ganz andere Bilder und Erinnerungen hoch.
Wo ein Mädel erzählte, es gab immer gebrannte Mandeln wenn sie Opa aus der Kneipe abholte, gab es bei mir sabbernde Zungenküsse :(
Ich musste den Alten ständig aus der Kneipe holen.
"Ach geh doch mal schnell den Opa holen und sag ihm das Essen ist fertig!"
Welch Freude...
Ich wusste genau was mir blühte, aber ich war ja ein braves Kind und gehorchte.
Zudem war es ja mein Opi den ich lieb hatte - also war das wohl ok so wie es war ...
Diese Erinnerung an die ekelhaften Kneipenabholungen hatte ich schön tief verbuddelt.
Nun bei der netten Runde standen sie plötzlich klar und deutlich vor mir.
Ich habe mich dann der Runde entzogen, die Tür geschlossen und bin in die Küche gegangen.
Wollte die anderen nicht stören und auch nicht die Stimmung kippen indem ich meine Erinnerungen an Opas Frühschoppen erzählte.
Irgendwie ist man doch immer alleine und muss selber zusehen wie man mit diesen Bildern klarkommt!
Wo wir auch schon beim Thema "Felsbrocken" wären.
Vor Monaten hatte ich ja schon einen Antrag auf Opferentschädigung gestellt.
Der erste Versuch wurde abgelehnt.
Das sei ganz normal meinte mein Anwalt.
Also haben wir Widerspruch eingelegt.
Meine Schwester wurde zwischenzeitlich auch befragt.
Anfang der Woche kam dann auch die Ablehnung des Widerspruches.
Begründung:
Tochter und Ehefrau des Täters haben beide ausgesagt, er habe mich nicht angefasst.
Meine Schwester sei ja nicht dabei gewesen!
Äääähm Moooment mal...
Wenn Stiefmutter und Stiefoma sagen: "Nein der macht sowas nicht!" - aber nicht dabei waren, dann stimmt das.
Wenn Schwester aber aussagt, daß sie selber angefasst wurde, aber bei mir nicht dabei war, dann gilt das nicht ?????
Wo leben wir eigentlich?????????
Also liebe Opfer, bittet eure Peiniger doch demnächst, der Familie Popkorn und Chips zu reichen, damit ihr den Missbrauch auch beweisen könnt!
Das ist doch ein Witz alles oder ?
Wie geht man damit um ??
Mein Anwalt wird jetzt Klage einreichen.
Wird das was bringen ?
Sicherlich bringt es noch mehr Erinnerungen wenn ich dann vor Gericht von Anwälten zerpflückt werde.
Und ich weiß nicht ob ich dafür stark genug bin ...
So euphorisch war ich am Anfang dieses Blogs. Total sicher den richtigen Weg eingeschlagen zu haben - mich zu wehren, nicht mehr nur still und ängstlich zu sein.
Durchzuhalten ...
Aber wofür ?
Für noch mehr Seelenschmerz, Alpträumen etc.
Wenn ich dann immer die Politiker höre, was sie alles für Opfer von sexuellem Missbrauch tun wollen ... Ich könnte kotzen!
TV Spots, Internetseiten, Organisationen, Hotlines, schönes Gerede ... letztendlich hilft man sich nur selber!

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Therapie

Am Montag hatte ich meine 1. Therapiestunde.
Nach zwei Vorgesprächen und gegenseitigem Beschnuppern, ging es nun richtig los.
25 Stunden Tiefenpsychologie ... eigentlich ein Witz oder ? Was sind schon 25 Stunden ...
Die Nacht von Sonntag zu Montag habe ich richtig scheiße geschlafen bzw. geträumt.
Ich trug ein schwarzes Shirt ohne Ärmel und tiefem Ausschnitt und hatte ein Gespräch mit meinem Erzeuger.
Ich wollte von ihm wissen, warum er mich ablehnt und so tut, als habe er kein Kind.
Er antwortete mir, nachdem er mich in dem Shirt gesehen habe, hätte er sich von mir abgewandt, da er sonst nicht hätte an sich halten können!
Als ich aufgewacht bin, war der Tag bereits für mich gelaufen :(
Ich war total irritiert und schlecht drauf.
Dann beim Termin lief das Thema in eine ganz andere Richtung - in Richtung meiner Mutter.
Es hat mich bestürzt, daß selbst meine Therapeutin erschrocken war.
Bisher habe ich mir immer eingeredet, daß ich ja irgendwie schrecklich sein muß, daß meine Mama mich nicht will.
Ich denke, ich muß langsam lernen, mir nicht immer für alles die Schuld zu geben.
Das fällt mir sehr schwer, weil es mein Leben lang hieß : "schau erst mal bei dir selber!"
Der Satz zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.
Ich habe Angst vor dieser Therapie.
Angst davor, daß ich mich an Sachen erinnere, auf die ich nie im Leben gekommen wäre.
Dieser Traum von meinem Erzeuger hat mich richtig runtergezogen.
Schliesslich war es ja sein Schwiegervater, der "Spaß" an kleinen Mädchen hatte.

Vor einigen Wochen habe ich bei meiner Schwester ein Photo von "ihm" gefunden.
Es war von ihrer Konfirmation und die ganze Familie saß lächelnd am Tisch.
Das Erschreckende war nicht sein Anblick, sondern die Tatsache, daß ich mir dieses Photo immer wieder ansehen musste.
So als wolle ich mich selber quälen.

Nach der Therapiestunde musste ich mich dann beim Frustshoppen austoben.
Dafür habe ich jetzt ein paar nette Einrichtungsgegenstände für unsere Wohnung.

Die nächste Stunde ist erst wieder nach den Ferien - ich bin gespannt, ob ich dann auch wieder mehrere Tage brauche um mich zu berappeln...