
Willkommen im Leben !
So, da war ich nun.
Geboren 1970, irgendwo in Deutschland um 04:45 Uhr.
Ein neuer Erdenbürger erblickt das Licht der Welt.
Klein, hilflos, zart und angewiesen auf die Fürsorge seiner liebenden Eltern.
Liebende Eltern ? Was sind liebende Eltern eigentlich?
Eltern, in der Regel bestehend aus einer Mutter und einem Vater sind dafür da Sorge zu tragen, das ein kleines Menschenkind wohl behütet aufwächst. Sie haben die Verantwortung für ihr Kind zu sorgen, es zu lieben, ihm alles wichtige im Leben beizubringen und es vor allem Unheil zu beschützen.
Doch das ist nicht immer so und die Welt des kleinen Menschenkindes gerät schon recht bald aus den Fugen.
An meine Babyzeit kann ich mich nicht wirklich erinnern (nun wer kann das schon).
Die Ehe meiner Eltern schien aber nicht wirklich gut zu funktionieren, denn als ich so etwa 2 Jahre alt war, trennten sich meine Eltern und ließen sich scheiden.
Und wohin nun mit den Kindern ?
Meine 1 Jahr jüngere Schwester nahm meine Mutter zu sich. Der kleine sabbernde Glückspilz. Eine Mama zu haben ist sicherlich etwas wundervolles.
Doch da konnte ich nicht mitreden, denn ich kam zu meinem Vater.
Was war passiert?
War ich böse gewesen?
Warum wollte meine Mutter mich nicht auch bei sich haben?
Dafür gab es aus Erwachsenen Sicht eine plausible Erklärung:
Ich sah meinem von meiner Mutter verhasstem Vater einfach zu ähnlich, als das sie mich weiterhin haben wollte.
Na das nenne ich mal eine gute Erklärung – klingt ja auch irgendwie einleuchtend.
Wer möchte schon tagtäglich an einen verhassten Menschen erinnert werden. Denn das wäre unweigerlich geschehen wenn sie mir täglich in mein kleines Kindergesicht hätte schauen müssen.
Doch hallo? Was war denn mit mir? Durfte ich überhaupt nicht mitreden?
Anfangs wurde ich dann ab und an von meinen Großeltern mütterlicherseits am Wochenende abgeholt. Man machte kleinere Ausflüge und versuchte den Verlust des einen Enkelkindes in diesen paar Stunden damit zu kompensieren, indem man das Kind mit Süßigkeiten vollstopfte.
Vollgepropft und speiübel wurde das Kind dann wieder dem Vater übergeben.
Das dies nicht ohne Folgen blieb war irgendwie abzusehen.
Aus mir nicht bekannten Gründen wurde der Kontakt zu Oma und Opa mütterlicherseits untersagt und somit wurde auch jeglicher Kontakt zu meiner Schwester unterbrochen.
Die Leitung war tot! Obwohl meine Mutter in der selben Stadt wohnte, hielt sie es nicht für ihren innerlichen Herzenswunsch, auch mal ihre andere Tochter (mich) sehen zu wollen.
Was war geschehen?
War mein Vater so herzlos und enthielt mich meiner Mutter vor? Wegen ein paar Süßigkeiten?
Oder lag es etwa an mir? Vielleicht war ich auf den Ausflügen nicht lieb genug gewesen. Vielleicht hätte ich nicht so viel Süßigkeiten essen sollen. Vielleicht hätte ich besser aufpassen sollen und mich nicht schmutzig machen sollen. Vielleicht, vielleicht, vielleicht ...
Für mich gab es keine logische Erklärung. Ich war klein und dumm und hatte mich dem zu fügen was man mir sagte. Ok, wenn ich meine Oma, Opa und Mama nicht mehr sehen durfte, bzw. sie mich nicht mehr sehen wollten dann musste ich das eben so hinnehmen. Ob ich darüber Trübsal blies oder nicht war irrelevant. Meine Mutter hatte ihre kleine Tochter bei sich und mein Vater heiratete erneut.
Mein Vater bewohnte das obere Geschoß im Haus meiner Großeltern väterlicherseits.
Nachdem er nun zum zweiten Mal geheiratet hatte, durfte ich unten bei meiner Oma wohnen. Hatte ich ein Glück! Papa, neue Mama und Oma und Opa in einem Haus. Toll!
Ähm Moment mal – sagte ich gerade toll?
Naja zumindest war ich der Ansicht das es jetzt nur noch bergauf gehen kann.
Doch wieder kam alles anders als erwartet.
Die neue Frau meines Vaters entpuppte sich als ziemlich unreif und war nicht in der Lage sich um ein Kleinkind zu kümmern. In ihrer scheinbaren Hilflosigkeit verbot sie mir den Kontakt zu meinem Vater. Das obligatorische „Gute Nacht“ sagen entfiel ab dem Zeitpunkt.
Mein Vater schien eine gut funktionierende Ehe seiner Tochter vorzuziehen und somit blieben mir nur noch Oma und Opa und meine "Tante"
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