Gestern wurde ein Alptraum zur Realität!
Gestern war die Anhörung beim Sozialgericht, die darüber entscheiden soll, ob die Opferentschädigung berechtigt ist oder nicht.
Na was denkt ihr, kam dabei raus ?
Begleitet von meiner Freundin, meinem Anwalt und einer Dame vom Weißen Ring ging es gestern morgen zum Sozialgericht.
Da es eine nichtöffentliche Sitzung war, musste meine Freundin im Auto warten (1. Rückschlag)
Nach dem Aufrufen und Abklärung der erschienenen Personen, musste auch die Dame vom Weißen Ring wieder gehen (2. Rückschlag)
Somit bestand meine Rückendeckung nur noch aus meinem Anwalt, meinem Flitschgummi und einem Stein meiner Tochter.
Die Richterin war mir von Beginn an unsympathisch und bald merkte ich auch warum...
Belehrung über Meineid, Abklärung der Daten zur Person ... alles noch im Rahmen des Machbaren.
Anwesend war noch ein Typ des Versorgungsamtes.
Dann begann die Befragung, welche ich als sehr verwirrend empfand. Die Richterin sprach ihre Frage in ein Diktiergerät und während ich schon etwas sagte, sprach sie rein : "Die Klägerin sagt dazu:"
Ich konnte keinen Satz zuende sprechen, weil die immer dazwischen gequatscht hat in ihr Gerät.
Das hat mich total verunsichert.
Richtig schlimm wurde es dann, als ich genau beschreiben sollte, wo mich der *** überall angefasst hat.
Das allein ist schon der Horror - und während ich immer leiser wurde und mein Weinen immer lauter, sagt die Kuh zu mir: "Was ? Wo war das?" und ich musste es noch mal sagen :(
Am liebsten wäre ich gestorben!!!
Von da an war mein Flitschgummi im Dauereinsatz - bis es gerissen ist, was mich in ziemliche Panik versetzt hat da ich nun nicht mehr wusste wie ich das durchstehen soll.
Also habe ich angefangen mir in die Hand zu kneifen - hauptsache da bleiben und durchstehen.
Ich sollte genaue Angaben machen; wann, wo, um wieviel Uhr, während der Schulzeit oder in den Ferien, an welchen Wochentagen etc.
Wann ich den *** immer in der Kneipe abholen musste - wie oft ich ihn abholen musste - ob es da schon dunkel war ...
Ich war total überfordert und konnte größtenteils nur noch antworten :"Ich kann mich nicht erinnern"
Dann die Frage zu meiner großen Schwester - wann sie mir davon erzählt hat, was sie erzählt hat,wie oft es bei ihr war etc.
Ich sagte, er habe sie auch angetatscht.
Ja aber das hiesse doch nicht,daß er sie sexuell belästigt habe.
Nein ? Was heisst es denn dann ?
Ich sagte, daß das doch wohl eindeutig wäre.
Darauf meinte die Richterin, ihr als ehemalige Strafrichterin sei das nicht klar!!!
Ich sagte dann, mir als Opfer sei das glasklar.
Mein Anwalt war glaub ich echt stinkig und wollte von der Richterin wissen wo bitte der Unterschied zwischen sexuellem Missbrauch und der Bezeichnung "antatschen" sein - den gäbe es wohl kaum.
Sie argumentierte dann wieder mit ihrem rechtlichen BlaBla.
Ich muss gestehen, die Hälfte der Zeit wusste ich nicht was diese Frau jetzt von mir will - mein Hirn hat einfach dicht gemacht und ich fragte sie öfter, was sie jetzt meine, daß ich nicht verstünde was sie jetzt will.
Sie schaute mich jedesmal eiskalt an und sprach in ihr Gerät das sie die Frage wiederhole und die Klägerin sage dazu: ...
Irgendwann habe ich ihr dann gesagt, daß sie mich total verunsichere und ich mich wie am Pranger fühle.
Ja, ich hätte ja auch keine unmittelbaren Zeugen.
Natürlich nicht, weil die Nachbarn waren nicht eingeladen und das Popkorn und das Bier waren auch gerade aus...
Ich teilte ihr mit, daß es noch eine Pflegetochter gab bei meiner Stieftante und das die plötzlich weg war -auf einmal...
Und das ich Tagebuch damals geschrieben habe, welches mir dann meine Stiefmutter weggenommen hatte (um vermutlich wohl die geschriebenen Belastungen gegen ihren Vater verschwinden zu lassen).
Die Richterin meinte dazu: das wäre sowieso egal ob es dieses Tagebuch noch gäbe, denn schliesslich zeige es ja nur meine Sicht der Dinge!!!!!!!!!!!!
Dann zu meinem Suizidversuch mit 11 - genau beschreiben wie ich es gemacht habe, wo ich es gmacht habe, zu welcher Uhrzeit, wo sich die Steckdose genau befand in die ich das Metallsteckte, ob ich Verletzungen hatte die sichtbar waren, ob ich damit beim Arzt war, wie meine Stiefmutter davon erfahren hatte ....
Ob ich überhaupt jemals wegen der Misshandlungen und des Missbrauchs beim Arzt war.
Als ich verneinte, kam natürlich ein "warum nicht"
Warum nicht ??? Eher hätten die mich totgeschlagen als zuzulassen, daß ich mich einem Arzt anvertraue.
Ich habe mich ja nicht mal getraut mich überhaupt jemandem anzuvertrauen nach der Prügel die ich immer bekam.
Dann ging es um meine schulischen Leistungen - während ich in dem Kaff bei denen wohnte sei ich doch recht gut gewesen - keine Fehlstunden - erst als ich wieder zu meiner Oma abgeschoben wurde fielen meine Noten in den Keller - also das sei ja kein Beweis.
Ich sagte ihr, daß ich wenn ich im Kaff schlechte Noten oder Fehltage gehabt hätte, ich Misshandlungen zu befürchten hatte.
Interessierte nicht!
Vielmehr interessierte sie wo ich in den Fehlstunden der folgenden Zeugnisse war - was ich in der Zeit gemacht habe.
Ich war nur noch unsicher - und auch jetzt beim Schreiben habe ich einen Kloß im Hals -. ich könnte mich direkt übergeben.
Dann wurde meine große Schwester aufgerufen und befragt - auch ihr merkte man an, daß es ihr dabei nicht gut ging.
Zum Glück dauerte ihre Befragung nur wenige Minuten.
Dann war ich wieder allein mit denen.
Es ging um die psychatrischen Gutachten, bzw. das was meine ehemalige Therapeutin ausgesagt hat.
Das war ein Punkt, den ich nicht nachvollziehen konnte:
Das Gutachten meines Psychaters, zu dem ich regelmässig fast alle 2 Monate gehe fiel nicht so ins Gewicht wie das der Therapeutin, zu der ich 25 Stunden ging, die kein Bock auf Verlängerung hatte weil sie ein Gutachten hätte schreiben müssen und ihr Borderliner eh zu anstrengend seien ... weil die schreib, es ginge mir am Ende der Therapie besser und mein Psychater schrieb, es sei keine Besserung eingetreten...
Muss man das als Normalsterblicher verstehen ?
Vielleicht ist mein Hirn mit der Zeit so matschig geworden, aber ich verstehe es nicht.
Dann wurde angesprochen, daß ich zu einem Wahrheitsgutachten geladen werden solle - was allerdings hinfällig sei, wenn sich rausstelle das ich wirklich Borderliner sei, denn dann sei dieses Gutachten nicht glaubwürdig...
Zum Schluss wurde dann der Typ vom Versorgungsamt gefragt ob er Fragen an mich habe.
Nachdem er mir großzügig eine Packung Taschentücher rübergeschoben hatte, meinte er , er habe mich jetzt während der ganzen Verhandlung beobachtet und ich würde doch am Stock gehen, warum ich mir das antäte!
Ich sagte ihm, daß ich mein Leben lang als Lügnerin hingestellt wurde von meinen "Verwandten" und das ich endlich Klarheit schaffen möchte.
De Typ meinte dann, was es bringen würde, vom Versorgungsamt würde ich nie eine Wahrheitsanerkennung bekommen.
Die Richterin meinte dann noch:
"Es gibt Menschen die leben auf der Sonnenseite des Lebens und es gibt Menschen die leben nicht auf der Sonnenseite und haben auch noch ein bisschen Pech dabei - aber das ist noch kein Beweis für einen sexuellen Missbrauch!"
Obwohl mein Anwalt meinte, ich hätte es super gemacht, habe ich das Gefühl mehr als zuvor nutzlos zu sein. Er möchte, daß wir weitermachen.
Er sagte: Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren!
Im Moment kann ich die Auswirkungen noch nicht einschätzen - ich kann mich nicht hineinversetzen in das "was wäre wenn"
Für mich hat der gestrige Tag nur eins bewiesen:
Diesem Staat ist es scheißegal, solange er Geld einsparen kann wo es nur geht.
Das einzige was ich von gestern mitgenommen habe, sind zwei ramponierte Hände!
7 Kommentare:
Oh Maus...mir laufen die Tränen!
Es ist so unfassbar
Bussi
oh shitte.
mir steht das pipi in den augen, maus.
was für eine arogante ****zic**, wenn man fragen so bescheuert stellt um menschen zu verunsichern und sich dann am elend zu weiden und auf demjenigen auch noch rumzutrampeln...die gehört abgeschafft.
es tut mir soooo leid, dass es für dich nicht gut gelaufen ist...ich knuddel dich mal ganz feste.
lg
sanny
Mir fehlen ehrlich die Worte. :-(
Es tut mir so unendlich leid für Dich und ich sitz hier mit Tränen in den Augen.
Sei gaaaaaaanz fest gedrückt.
xoxo Kathi
ich hab gehofft das endlich mal was gutes dabei raus kommt aber das ist ja echt mies....und dann auch noch dieses verunsichern - geht ja gar nicht!!!Überhaupt - auf das Diktiergerät zu reden während Du noch erzählst....voll die Frechheit!!!
Ich bin in Gedanken bei Dir und fühl Dich ganz fest gedrückt
tut mir leid das es wieder so blöd gelaufen ist!!!!
:( es ist einfach nur traurig. die, die den mut haben, sich auch nur ein bisschen zu wehren, die werden bestraft und es tritt genau das ein, was sie einem immer eingetrichtert haben früher: dir glaubt keiner. keiner hilft dir. du lügst. :( trotzdem, ich hab allen respekt vor dir, dass du es versucht hast. ich glaube, ich hätte mich nicht getraut. und so schade, dass deine therapeutin so ein schuss in den ofen war. ((((drück))))
micky
Hallo!
Ich bin über einen anderen Blog bei Dir gelandet.Es tut mir so leid, was Dir widerfahren ist und ich weiß, wie sich das anfühlt, da es mir auch passiert ist. Umso mehr bewundere ich Deine Kraft und Deinen Mut.
Leider muss ich nach Deinem Bericht feststellen, das die Justiz noch genauso besch...eiden ist, wie vor 25 Jahren.
Ich wünsche Dir alle Kraft der Welt das durchzustehen und ganz viele Menschen die zu Dir stehen und Dich auffangen!
GLG aus Berlin Susanne
ohje Du armes, lass Dich mal drücken. Es tut mir Leid, dass der Termin so besch..den verlaufen ist. Ich hätte Dir so sehr gewünscht, dass es endlich mal positiv vorangeht. Ich wünsche Dir alles Gute und hoffe, dass Du Dich bald von dem Termin erholst.
LG CookieCake
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