Hallo Welt da draussen
Am Freitag kam Post! Ein gelber Umschlag aus dem Hause Sozialgericht.
Ein Termin wurde anberaumt zur Anhörung und Beweisaufnahme.
Der erste Gedanke:
Endlich passiert mal was!
Alle folgenden Gedanken:
PANIK!!!
Täterkontakt!!!
alles noch mal erleben!!!
Hilflosigkeit!!!
etc.pp
Habe direkt meinen Anwalt angerufen. Er war positiv überrascht, weil er nicht dachte, daß es nach dem ganzen Hin und Her überhaupt zur Verhandlung kommt.
Leider hat er mich unwissentlich total unter Druck gesetzt, indem er meinte, es wäre von Vorteil wenn ich persönlich anwesend sei falls Ungereimtheiten auftreten die nur ich beantworten kann.
Hat er ja recht ... aber direkt drauf gestossen zu werden löst noch mal andere Ängste aus als es im Unterbewusstsein selbst zu wissen.
Seit Freitag routiert alles in mir - ich kann keinen klaren Gedanken fassen.
Heute habe ich es dann endlich mal auf die Reihe bekommen und noch mal beim Weißen Ring angerufen.
Mit etwas Geduld konnte ich sogar mit der Dame sprechen, die mit mir vor 3 Jahren diesen Antrag gestellt hat.
Sie hat mir zugesichert, als seelische Unterstützung zum Gerichtstermin mitzukommen.
Jetzt fühle ich mich etwas sicherer.
Dennoch lässt mich das alles nicht mehr los. Diese ständigen Felsbrocken im Weg können stellenweise wirklich sehr belastend und entmutigend wirken.
Man liest und hört zwar viel über Hilfe für Überlebende, aber wenn man hinter die Kulissen blickt, dann stellt man fest, da gibt es nicht wirklich Hilfe. Man wird von A nach B verwiesen und keiner fühlt sich zuständig oder kann sagen, wo man nun explizit Hilfe erhält.
Der beliebteste Satz ist: "Gehen Sie in eine Klinik"
Dann kommen Fragen in einem hoch...
Hmm, wenn man jetzt selber jemanden misshandelt, tötet, missbraucht - dann bekommt man sofort Hilfe. Man wird zwar für die Tat bestraft, jedoch wird darauf hingewiesen, daß der Täter ja eine schwere Kindheit hatte, selbst Opfer von Missbrauch war etc.
Aha komisch! Ich werde in diesem Land also nicht dafür "belohnt", daß ich nicht fortführe was ich erlebt habe - das ich es anders mache - sondern ich werde mit Therapien belohnt wenn ich andere Menschen quäle.
Leider verstehe ich den Sinn dahinter nicht.
Ich würde mich gerne mal mit den Menschen unterhalten, die sich sowas erdenken - die entscheiden wem Hilfe einfach gemacht wird und wem nicht.Nach welchen Kriterien diese Menschen gehen.
Natürlich verstehe und befürworte ich, daß Täter betraft und behandelt werden ggf. - aber ich befürworte nicht, daß man im Regen stehen gelassen wird, abgeschoben wird, wenn man kein Täter ist.
"Ja so ist das halt in Deutschland" - aha - warum ? Und warum muß ich mich damit zufriedengeben?
Weil ich gegen Wände rennen! Weil es niemanden wirklich interessiert. Interessant wird es erst, wenn es skandalös wird und die breite Masse auch was davon hat.
Ich weiß ja nicht wie ihr da draussen das seht, aber ich finde das schon echt krank.
Irgendwann ist die Kraftreserve aufgebraucht und dann ?
Suizid ? Selbstaufgabe ? Selber gewalttätig werden ?
Antworten hätte ich gerne.
"Ja es gibt Dinge auf die kann Ihnen keiner eine Antwort geben"
Super, na dann muß man das wohl auch widerstandslos hinnehmen,oder ?
Ich kann das nicht und ich denke, daß es die fehlende Ignoranz ist, die manchen Menschen das Leben zur Hölle macht. Das fehlende sogenannte dicke Fell.
Wozu ich wieder zu einem meiner "Lieblingsthemen" komme ...
Was ist Leben ?
Wie definiere ich persönlich Leben/Dasein ?
Leben ist Kampf
Leben ist Schmerz
Leben ist Trauer
Leben ist Hoffnungslosigkeit
Leben ist immer auf der Hut sein
Leben ist Realität
Realität ist nicht bunt und lustig, Spaß haben...
Spaß haben ... wer hat Recht auf Spaß haben ?
Leute die in ihrem Leben was leisten und erreichen.
Und die anderen ?
Nicht aufmucken, klein machen, kein Recht auf Leben.
Verloren, verlogen, verdorben - kein Recht auf Leben.
Was ist meine Aufgabe auf der Welt ?
Verantwortung übernehmen für mein Kind. Zu ermöglichen, daß es nicht die gleichen Erfahrungen machen muss ... und dann ? Wenn es alt genug ist, um sich um sich selbst zu kümmern ? Wenn es einen nicht mehr braucht - was dann ?
Was ist dann der Sinn des Lebens ?
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Mittwoch, 22. Februar 2012
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