
Da war er endlich ! Mein neues kleines Brüderchen. Man was war ich stolz gewesen. Hätte es denn noch herrlicher kommen können ? Eine Familie mit Vater, Mutter und 2 Kindern.
Ansich ja eine tolle Sache, doch auch hier muß wieder erwähnt werden, daß es manchmal anders kommt als gedacht.
Nun war mein Bruder ja noch ein klitzekleines Würmchen und Mami war noch sehr geschwächt von der Geburt.
Das bedeutete natürlich auch, daß beide viel viel Ruhe brauchten und sich erst einmal aneinander gewöhnen mussten.
Mein kleiner Bruder durfte ständig zu Mami und Papa ins Bett kuscheln - er war ja noch so klein.
Ab und an durfte ich auch mitkuscheln, aber nicht mehr so oft wie vorher.
Nun ja, ich war ja jetzt auch die "Große" und so ein kleines Baby braucht halt die Mami mehr als ich.
Einleuchtend.
So wunderte es auch niemanden, als ich schon recht bald der elterlichen Wohnung verwiesen wurde und mein Zimmer im Keller bezog.
Man musste 2 Etagen runter in einen gruseligen Keller, durch eine unheimliche Waschküche um in die angrenzende Einliegerwohnung zu kommen.
Naja einen positiven Aspekt hatte das Ganze ja: ich hatte mein eigenes Reich mit eigenem Badezimmer und eigener Eingangstür.
Ganz schön luxuriös oder ?
Aber eigentlich war mir das ziemlich egal, denn ich wollte viel lieber bei meiner Familie sein.
Und so fing ich an zu rebellieren.
Ich war eifersüchtig auf meinen kleinen sabbernden Bruder, der von allen Seiten Zucker in seinen kleinen Hintern geblasen bekam, während ich mein Dasein im Keller fristete und immer öfter Mecker bekam.
Es hiess, ich sei schwer erziehbar O_o
Ich sehnte mich nach der Liebe von Mami zurück und dachte, vielleicht hat sie mich wieder lieb wenn ich den Störenfried ein wenig piesacke.
Also ließ ich ihn vom Wickeltisch fallen, aus dem Kinderwagen plumpsen oder ich kniff ihn heimlich abends durch die Gitterstäbe seines Bettchens in die speckigen Babyarme.
Bei Mami kam das alles gar nicht gut an und der erwünschte Erfolg stellte sich nicht ein.
Stattdessen wurde ich immer unbeliebter auf ihrer Skala und bezog immer öfter Prügel.
Doch dann kam ein Hoffnungsschimmer:
Wir zogen auf ein Dorf in das noble Haus von Mami's Eltern!