Sonntag, 23. August 2009

Hilfe annehmen können



Heute möchte ich aus aktuellem Anlaß mal darüber schreiben, wie wichtig es ist Hilfe auch anzunehmen.
Viele Überlebende scheinen irrtümlicherweise immer noch der Meinung zu sein, daß sie allein mit sich im stillen Kämmerlein mit ihrem Mißbrauch und der erfahrenen Gewalt umgehen können.

Ich selbst habe lange Zeit gebraucht um einzusehen, das dem nicht so ist. Man kann es nicht allein schaffen!
Man kann sich eine Mauer aufbauen, kann sich im Vergessen üben, alles in Schubladen verstecken aber irgendwann holt einen die Vergangenheit doch ein.

Erst heute musste ich am eigenen Leib erfahren wie gefährlich es sein kann, seinen wunden Punkt öffentlich zu stellen.

Verbitterte Sprüche , welche ich mir anhören musste,wie : "steig von deiner Welle aus Selbstmitleid runter", "du bist arrogant", "du fühlst dich als was besseres", "dir ist nicht mehr zu helfen" etc. ...
... beweisen mir wieder einmal mehr, wie wichtig die Hilfe von Profis ist!


Drum ihr Lieben, traut euch euch helfen zu lassen.
Wendet euch an euren Hausarzt eures Vertrauens, den Weißen Ring, einem Krisenzentrum in eurer Stadt oder ähnlichen Enrichtungen.
Niemand dort wird euch als Lügner hinstellen oder eure Probleme herrunterospielen.

Traut euch!

Samstag, 22. August 2009

Teil 8 - Liebesentzug und andere Grausamkeiten




Von wirklichem Liebesentzug kann man eigentlich gar nicht sprechen, denn wo nichts ist kann man auch nichts entziehen.
Fakt war, ich fühlte mich wie ein Klotz am Bein meiner Familie.
Mein kleiner Bruder hatte Narrenfreiheit und war der süße geliebte Kronprinz der Sippe.
Sobald er sprechen konnte, zollte er mir seinen nicht vorhandenen Respekt mit Sprüchen wie "Pissnelke" und anderen Nettigkeiten.
Naja irgendwie kann ich es dem kleinen Scheißer nicht verübeln - er hat es ja nicht anders gelernt!

Einmal hatte ich so einen kleinen Zauberwürfel (wie es sie in den 80ern zu Hauf gab). Ich drehte den ganzen Tag an diesem kleinen Ding rum - eine herrliche Ablenkung zu versuchen alle Seiten des Würfels wieder einfarbig zu bekommen.
Mein kleiner Bruder fand das sehr interessant und wollte diesen Würfel haben.
Da ich aber aus Erfahrung wusste, daß das kleine verwöhnte Prinzchen alles kaputt macht was es in die Finger bekommt, wollte ich meinen Schatz nicht hergeben.
Er fing an zu toben und zu schreien bis Mami aus dem Schlafzimmer gestürmt kam.
Mit einem wütenden :"Ich will schlafen!" knallte sie mir eine mitten ins Gesicht, riss mir den Würfel aus der Hand und gab ihm meinem Bruder.
Das kleine feist grinsende Gesicht muss ich wohl nicht extra beschreiben...

So lief es mit allen Dingen. Mein kleiner Bruder wusste genau wie er seinen Willen durchzusetzen hatte und das nutzte er auch schamlos aus. Er wusste ja, daß ich immer die Verliererin war. Blut ist eben doch dicker als Wasser (ein Spruch den meine "Omi" später mal meiner leiblichen Oma am Telefon drückte.)

Um wenigstens ein paar Zärtlichkeiten zu bekommen, musste ich mich schon anstrengen.
Für eine halbe Stunde Mami massieren bekam ich 1x Rücken hoch und runter mit Mamis Fingernägeln. Mehr war nicht drin.
Die restlichen "Zärtlichkeiten" bekam ich ja schon von Opi ... sorry für meinen Sarkasmus, ich kann anders damit nicht umgehen ohne ....egal...

Als meine Eltern mal nicht da waren und ich wieder mal überlegte wie ich mich bei ihnen in Erinnerung bringen konnte, kam mir die Idee: ich backe ihnen was Tolles!
Gesagt getan - Rezept gewählt und losgelegt.
Ich war so stolz auf meine tolle Idee - das würde ihnen bestimmt gefallen.
Leider war ich als Kind nicht die beste Bäckerin und so passierte es, daß meine tollen Kekse alle ineinanderliefen und eine breite Masse sich über das Backblech ergoß.
Ok, es war nicht perfekt, aber die gute Absicht musste doch erkennbar sein.
Meine Eltern kamen nach Hause und ich präsentierte ihnen voller Stolz mein etwas misslungenes Backwerk.
Doch anstelle der erwarteten Freude bekam ich eine Tracht Prügel weil ich ohne zu fragen an den Herd gegangen bin und auch noch das Blech versaut habe.
Mission Überraschung nicht gelungen!
Selbst zum Backen war ich zu blöd.

Das Leben in dieser Familie wurde für mich immer schwieriger und ich kappselte mich immer mehr ab. Entweder verbrachte ich meine Zeit im Keller oder streunte alleine durch die Wälder.
Eines Tages machte ich dann eine Entdeckung...
Meine Mami hatte eine wesentlich jüngere Freundin mit der sich oft etwas unternahm. Diese Freundin hatte einen noch jüngeren Bruder der aussah wie David Bowie. Er war gerade mal volljährig und der Schwarm aller Mädchen im Dorf.
Die beiden waren oft bei uns.
Unsere Küche hatte zwei Türen - die eine führte vom Flur aus in die Küche, die andere Tür zum Esszimmer wieder hinaus.
Ich kam vom Flur rein und suchte Mami, als ich komische Geräusche aus der Küche hörte. Aus Angst vor Ärger schlich ich mich ganz leise zur Tür und konnte beobachten wie Mami und "David Bowie" sich so küssten wie es eigentlich Eltern tun.
Ich war total geschockt!
Was tat sie da ? Wusste mein Papa das ?
Meine Erfahrung sagte mir, über sowas darf man nicht sprechen - es sei denn man bettelt regelrecht um Schläge.
Also nahm ich dieses Geheimnis in mich auf und verlor nie ein Wort darüber...

Meine Reaktionen jedoch wurden immer provokanter. Ich widersetzte mich fast jedem Verbot.
Ein Verbot war: wenn Mami und Papa nicht zu Hause waren, blieb der Fernseher aus!
Mami hielt sowieso alle Kindersendungen für Schwachsinn und so war es nicht verwunderlich das diese Sendungen erst recht einen großen Reiz auf mich ausübten.
So auch an diesem bestimmten Tag ...
Ich saß im Esszimmer vor der Glotze und genoß es alleine zu sein. Plötzlich hörte ich das Auto meiner Eltern und machte panisch den Fernseher aus. Sie kamen viel zu früh!
Schnell noch das Esszimmer etwas aufräumen - da waren sie schon.
Ich versuchte mit meinem liebenswürdigsten Lächeln ein Hallo rauszubringen, als Mami schon schnurrstracks auf den Fernseher zuging und ihre Hand drauflegte.
Wütend drehte sie sich um und knallte mir eine. Ich wusste gar nicht wie mir geschah - der Fernseher war doch aus. Wie um alles in der Welt konnte sie wissen, daß ich fern gesehen hatte? (naja heute weiß ich es...)
So ergab eins das andere ... ich versuchte natürlich mich mit kindlich dummen Ausreden zu retten. Mein Papa knallte mir so heftig ins Gesicht, daß ich rückwärts taumelte, mit dem Kopf gegen ein sechseckiges Schränkchen knallte und letztendlich mit dem Kopf auf dem harten Mamorfussboden aufschlug.
Mein Pech: dabei riss ich den geliebten Farn von Mami, welcher auf den Schränkchen stand mit solch einer wucht runter, das sie ihn nicht mehr retten konnte. Das brachte mir noch mal eine extra Tracht Prügel ein!

Samstag, 8. August 2009

von Erzeugern und anderen Terroristen



Ich merke gerade selber wie sich meine schöne selbstaufgebaute Struktur verabschiedet. Eigentlich wollte ich auf diesem Blog meine Vergangenheit aufarbeiten - jedoch lassen die "Geister" meiner Vergangenheit auch meine Gegenwart nicht in Ruhe!
Daher möchte ich heute mal etwas über meinen Erzeuger schreiben, denn dieser terrorisiert mein Leben im Moment am prägnantesten.
Einiges habt ihr ja schon über ihn gelesen - zumindest das er wohl einen großen Verschleiß an Frauen hat/hatte.
Der Vergangenheit widme ich mich später - ich hole mal aus ins Jahr 1988 als ich das erste Mal wegen einer unschönen OP aus Berlin zurückkam.
Damals hatte ich eine süße schnucklige Katze: Lisa
Ich hatte sie damals aus dem Reitstall meiner Freundin mitgenommen und liebte sie heiss und innig.
Mein Erzeuger fand sie ätzend, da sie ihm immer wieder auf sein geliebtes Wildschweinfell pinkelte. Als Gegenmaßnahme stopfte er sein Schrotgewehr mit Reiskörnern und schoß auf meine Lisa! Das sie das Pinkeln daraufhin nicht aufgab, war irgendwie klar...
Folge war: ich musste Lisa abgeben!
Nachdem ich ein supertolles neues Zuhause auf dem Bauernhof des Vaters meines damaligen Freundes gefunden hatte merkte ich das ich so ganz ohne Katze nicht sein wollte ...
Also landete wie durch Zauberhand ;) ein kleiner roter Kater in meinem Reisegepäck.
Wieder zuhause angekommen stellte ich den kleinen Kerl stolz meinem Erzeuger vor.
Wenige Tage später musste ich nach Berlin zu meiner OP und bat meinen Erzeuger darum sich ums Katerchen zu kümmern.
Als ich dann aus Berlin zurückkam, war mein Katerchen verschwunden. Im Kühlschrank befand sich ein hartes Stück Käse und 3 Weinflaschen. Super Empfang!!
Mir blieb nichts anderes übrig als mir bei meiner Nachbarin Essen zu schnorren.
Als der Herr dann Sonntags mit seiner neuen Gespielin wieder auftauchte, teilte diese mir süffisant mit, das das Katerchen ja soooooooooooooooooooo süß sei und sie ihn nie wieder hergeben würde!
Ich hasste sie jetzt schon!

Dann nicht mal ein Jahr später zog ich nach Berlin.
Anfangs war es sehr schwer für mich, da ich unbedingt mein Abitur zuende machen wollte. Aus akuter Geldnot heraus fragte ich meinen Erzeuger, ob er mir 200DM leihen könne. Ich wollte das Geld nicht mal geschenkt haben, nur geliehen um übers Gröbste hinwegzukommen.
Ich bekam einen Brief von ihm in welchem u.a. stand:

"Wäre Deine Mutter damals nicht zu faul zum arbeiten gewesen und hätte nicht absichtlich die Pille vergessen, dann hätte ich das Problem *mein Name* jetzt nicht!"

Rums!!! Feierabend! Das war zuviel für mich und ich beschloß den Kontakt zu diesem liebenswürdigen Menschen einzustellen.
Doch die Rechnung hatte ich ohne meine Oma gemacht, die schon immer starken Einfluss auf mich hatte mit ihrer herrischen Art. Sie erzählte mir, das könne ich doch nicht machen, es sei schliesslich mein Vater und überhaupt Familie, blabla...
Als dann zu meinem Geburtstag ein Telegramm von meinem Erzeuger und seiner Tusse kam,war meine gute Erziehung der Meinung, naja bedanken müsse man sich wenigstens ja mal.
Und so war der eigentlich eingestellte Kontakt wieder hergestellt.


So plätscherten die Jahre dahin und ich redete mir allen Ernstes ein, ich hätte ja doch ein tolles Verhältnis zu meinem "Papa" - immerhin war er ja der einzige der mir von meinen Eltern geblieben war ... blaaaaaa

Dann zog ich (nach falschen Versprechungen meiner ErzeugerIN- dazu später mehr in einem anderen Thread) 2003 wieder zurück nach NRW in das Haus meiner Oma.
Dort pflegte ich sie bis zu ihrem Tod vor knapp 2 Jahren.
Das Haus fiel somit erblich bedingt in die Hände meines Erzeugers.
Herzlichen Glückwunsch!

Da ich keine fremden Leute mit im Haus haben wollte, bat ich meine Freundin mit hier einzuziehen. Ich bewohne mit meiner Tochter die obere Etage und sie machte einen Mietvertrag für die untere Etage. So hatten wir das Haus für uns.
Mein Erzeuger kassiert für eine Bruchbude mit alten Rohren, kaputten Thermen, undichten Fenstern und diesem Schimmel im Keller:


800 Euro Kaltmiete!
Nun gut, wir waren erst mal froh Oma's Haus gerettet zu haben und liessen uns auf alle möglichen komischen Versprechungen ein. Beispielsweise sollten wir das Grab seiner Mutter pflegen und das 800m² große Grundstück alleine in Schuß halten.
Dafür wolle er uns mit der Miete entgegenkommen.
Pustekuchen!
Stand der Dinge ist nun, daß er meiner Freundin gekündigt hat weil sie den Garten nicht wie vereinbart macht (er kommt uns ja auch nicht mit der Miete entgegen und beseitigt nicht die Mängel).
Nachdem ich nun versucht habe zu vermitteln und ihn im März diesen Jahres anrief um ein normales Gespräch unter Erwachsenen zu führen , wurde ich direkt angeblafft er ließe sich nicht mehr ausnutzen und wir seien Mietnomaden O_O
Hö ???
Mich bringen solche Gespräche immer sehr aus dem Gleichgewicht und ich war schon noch wenigen Minuten wieder fix und fertig mit den Nerven. Ich könne mir auch gleich eine neue Wohnung suchen hieß es.
Aha!
Als ich ihn dann fragte, ob er auch mal an sein Enkelkind denke was ja hier sein zuhause habe, sagte er mir:

"Hör endlich auf deinen sexuellen Missbrauch als MASCHE zu nehmen um anderen immer die Schuld zuzuweisen! Suche die Schuld mal bei dir!"


So- Oma ist tot - keiner kann mir mehr irgendetwas einreden vonwegen Familienzusammenhaltsscheisse - endgültig Feierabend!
Die Reaktion kam prompt. Das Haus in dem ich aufgewachsenen bin größtenteils, in welchem ich die letzten 6 Jahre mit meinem Kind gelebt habe wird verkauft!
Die Nachbarn haben schon zu Lebzeiten meiner Oma nicht begriffen wie ich die volle Miete zahlen musste und sind jetzt noch entsetzter was mein Erzeuger hier abzieht.
Wir kommunizieren mittlerweile nur noch über unsere Anwälte und selbst das ist mir psychisch zu viel.
Ich möchte abschliessen - möchte den Namen und das Gesicht von dem aus meinem Gehirn brennen.
Freitag bekam ich erneut ein Schreiben meines Anwalts - darin hiess es, ich würde den Verkauf des Hauses boykottieren in dem ich die Katzenklos nicht sauber machen würde. Hä??????????
Gehts noch?
Abmahnung seines Anwalts - ich habe die Katzenklos zu entfernen und mich vertragsgerecht zu verhalten.
Welcher Vertrag ? Der Mietvertrag den ich mit meiner Oma abgeschlossen habe? Denn er hat es "leider" versäumt einen neuen zu machen nach Oma's Tod.
Vorhin klingelte mein Großonkel an der Tür - er wohnt uns gegenüber.
Mein Erzeuger habe gestern dort angerufen um sich zu informieren ob meine Freundin fristgemäß ausgezogen sei! Und beschwerte sich, ich würde ja nicht mehr mit ihm sprechen... (komisch, warum nur????)
Vor ein paar Minuten klingelte dann mein Handy ... "Papa" ...

Wenn das alles so weitergeht lande ich noch in der Psychatrie - ich kann einfach nicht mehr.
Ich bin nicht mal imstande mich nach einer neuen Wohnung umzusehen. Die ganzen letzten Wochen habe ich das Inet durchforstet, zig Besichtigungstermine vereinbart und nichts war dabei (dazu kommt ja das ich gewisse Auflagen von der ARGE nicht überschreiten darf)
Jetzt bietet er mir 1500 Euro damit ich bis zum 30.09.2009 die Wohnung räume!!!

1500 Euro für eine versaute Kindheit und eine kaputte Seele!!!!

Freitag, 7. August 2009

informativer Link



Im Moment bin ich seelisch einfach nicht in der Lage aus der Vergangenheit zu schreiben.
Mein derzeitiges Leben ist gefüllt mit Streß und Terror.
Ich merke wieder einmal erneut, daß es höchste Zeit ist loszulassen. Der psychische Druck wächst immer mehr an und je mehr ich versuche mich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen um sie verarbeiten zu können, umso öfter merke ich das dies zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich ist!
Ein Umzug wäre aus gesundheitlicher Sicht das Beste, aus psychischer Sicht momentan jedoch unmöglich zu bewältigen ...
Ich fühle mich wie in einer Achterbahn - als sei ich die Achterbahn. Im einen Moment bin ich auf dem Höhepunkt und könnte die ganze Welt bewältigen, in der nächsten Sekunde stürze ich mit einem Affenzahn in den Abgrund.
Mir wird vom Achterbahnfahren immer kotzübel ..........

Doch möchte ich euch hier einen interessanten Link hinterlassen, welchen ich auf einer anderen Plattform bekommen habe.

http://www.aufrecht.net/utu/index.html


Die Seite dürfte für den einen oder anderen Betroffenen sehr hilfreich sein.
Ich selber konnte mich und mein Verhalten in einigen Punkten deutlich wiedererkennen und es ist wirklich befreiend wenn man einen kleinen Einblick bekommt was eigentlich mit einem los ist - woher manche Verhaltensweisen kommen, warum man wie auf gewisse Situationen reagiert.