Mittwoch, 6. Oktober 2010

Therapie

Am Montag hatte ich meine 1. Therapiestunde.
Nach zwei Vorgesprächen und gegenseitigem Beschnuppern, ging es nun richtig los.
25 Stunden Tiefenpsychologie ... eigentlich ein Witz oder ? Was sind schon 25 Stunden ...
Die Nacht von Sonntag zu Montag habe ich richtig scheiße geschlafen bzw. geträumt.
Ich trug ein schwarzes Shirt ohne Ärmel und tiefem Ausschnitt und hatte ein Gespräch mit meinem Erzeuger.
Ich wollte von ihm wissen, warum er mich ablehnt und so tut, als habe er kein Kind.
Er antwortete mir, nachdem er mich in dem Shirt gesehen habe, hätte er sich von mir abgewandt, da er sonst nicht hätte an sich halten können!
Als ich aufgewacht bin, war der Tag bereits für mich gelaufen :(
Ich war total irritiert und schlecht drauf.
Dann beim Termin lief das Thema in eine ganz andere Richtung - in Richtung meiner Mutter.
Es hat mich bestürzt, daß selbst meine Therapeutin erschrocken war.
Bisher habe ich mir immer eingeredet, daß ich ja irgendwie schrecklich sein muß, daß meine Mama mich nicht will.
Ich denke, ich muß langsam lernen, mir nicht immer für alles die Schuld zu geben.
Das fällt mir sehr schwer, weil es mein Leben lang hieß : "schau erst mal bei dir selber!"
Der Satz zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.
Ich habe Angst vor dieser Therapie.
Angst davor, daß ich mich an Sachen erinnere, auf die ich nie im Leben gekommen wäre.
Dieser Traum von meinem Erzeuger hat mich richtig runtergezogen.
Schliesslich war es ja sein Schwiegervater, der "Spaß" an kleinen Mädchen hatte.

Vor einigen Wochen habe ich bei meiner Schwester ein Photo von "ihm" gefunden.
Es war von ihrer Konfirmation und die ganze Familie saß lächelnd am Tisch.
Das Erschreckende war nicht sein Anblick, sondern die Tatsache, daß ich mir dieses Photo immer wieder ansehen musste.
So als wolle ich mich selber quälen.

Nach der Therapiestunde musste ich mich dann beim Frustshoppen austoben.
Dafür habe ich jetzt ein paar nette Einrichtungsgegenstände für unsere Wohnung.

Die nächste Stunde ist erst wieder nach den Ferien - ich bin gespannt, ob ich dann auch wieder mehrere Tage brauche um mich zu berappeln...

Montag, 20. September 2010

Erwartungen und Hoffnungen


Nach einigen Monaten der Stille, melde ich mich mal wieder hier bei euch.
Seit dem Hausverkauf ist einiges passiert.
Viel Zeit zum Nachdenken blieb da nicht - jetzt hiess es:
eine neue Wohnung muß her!

In der Stadt wollte ich nicht mehr bleiben - zu viele schmerzhafte Erinnerungen.
Schnell fanden wir eine schnuckelige Bleibe auf dem Land.
Nach einigem Hickhack mit Behörden war es dann im Juli endlich so weit und wir konnten die Stadt verlassen.
Nun wird alles wieder gut, dachte ich - hoffte ich...
Eine neue Umgebung, neue Leute, neue Wohnung...
Die ersten Wochen kamen mir vor wie Urlaub.
Tolles Wetter, viel Ruhe, Idylle ... aber irgendetwas fehlte.
Das Gefühl, jetzt zuhause zu sein!
Das kommt sicherlich noch, dachte ich mir - man muss sich ja auch erst mal an alles Neue gewöhnen.
Wenigstens war das Problem "Haus & Erzeuger" jetzt vorbei ...
Dachte ich - hoffte ich
Vielleicht erwarte ich auch zuviel, bzw. zu schnelle Ergebnisse ...
Die Ungewissheit "wohin?" ist vorbei, aber die Alpträume sind geblieben.
Seit wir hier wohnen vergeht kaum eine Nacht wo ich nicht vom Haus träume.
Entweder im Zusammenhang mit meinem Erzeuger oder im Zusammenhang mit den neuen Besitzern.
Ich würde so gerne abschliessen und hatte mir auch eingebildet, daß dies mit dem Umzug geschehen würde ...
Die Ungeduld spielt natürlich auch eine wesentliche Rolle - man möchte ja, daß es einem sofort wieder gutgeht ;)

Heute hatte ich mein 1. Vorgespräch mit meiner Therapeutin.
Ich finde sie sehr sympathisch - ist vermutlich schon mal die halbe Miete :)
Wenn ich mich für eine tiefenpsychologische Therapie entscheide, dann geht es im Oktober los.
Wenn ich auch noch bis Donnerstag Zeit habe mich zu entscheiden, so denke ich doch, daß jetzt die Zeit dafür ist (bzw. hoffe ich es mal wieder) ...
Angst habe ich auch - davor, daß Dinge ans Licht kommen die ich "erfolgreich" verdrängt habe weil sie so schlimm sind.
Das ich dann damit nicht umgehen kann - schliesslich gibt es ja Gründe warum man Erinnerungen verbannt.
Aber ich werde positiv an die Sache rangehen und schauen, daß ich viel lernen kann.
Vielleicht fühle ich mich ja irgendwann mal im Leben angekommen und vorallem Willkommen!

Habt eine schöne Woche

Dienstag, 18. Mai 2010

Verkauft!



Tag X ist eingetroffen!
Das Haus samt seiner Bewohner ist nun verkauft.
Erfahren habe ich es vorhin aus der Nachbarschaft.
Mich persönlich zu informieren, daß man auf dem "Sklavenmarkt" verschachert wurde, hat man nicht für nötig gehalten...
Warum auch ... schließlich hat es den Erzeuger auch nicht interessiert, daß der ehemalige Schwiegervater sich an mir bedient hat wie in einem Einkaufsladen.
Ich weiß nicht, was mich fertiger macht:
Die Tatsache, daß das Haus in welchem ich aufgewachsen bin, welches meine Großeltern selbst aufgebaut haben nun für immer weg ist...
...oder, daß man uns mit "verkauft" hat ohne auch nur ein Sterbenswörtchen darüber zu verlieren.
Fakt ist, als ich heute morgen wieder ins Haus ging, fühlte ich mich schlagartig unwohl.
Wie auf einem Präsentierteller - ungeschützt und für Jedermann sichtbar! Angreifbar...
Aber dafür kann sich mein Erzeuger umso mehr freuen - denn wer jetzt denkt, ihm sei es wichtig was aus seiner Tochter und seiner Enkelin wird, den muß ich leider enttäuschen.
Das interessiert ihn einen Scheiß!
Denn er hat nun Großes vor:
Er kauft sich ein neues Auto (es sei ihm auch gegönnt)
und er verwirklicht seinen Traum (den ich absolut zum Kotzen finde) - er fliegt nach Afrika zur Großwildjagd!!!!
Wie ekelhaft ist das denn ???
Aber passend... der Klotz am Bein kann sehen wo er bleibt, wir leben unser egoistisches Leben ohne schlechtes Gewissen nun noch besser aus.

Nach einigen Gesprächen mit meiner Partnerin und meiner großen Schwester, haben wir uns nun entschieden, diese Stadt hier zu verlassen.
In den letzten 7 Jahren, in denen ich wieder hierher zurück kam, lief alles daneben.
Manchmal habe ich den Eindruck, als sei ich Teil eines Experimentes.
Wieviel und wielange kann man Menschen unter Druck setzen, bis sie zerbrechen.
Ab und an schickt man ihnen ein paar nette Menschen unter ihre "Käseglocke", die sie wieder hochreissen, um nach einer kurzen Erholungsphase doppelt so stark zuschlagen zu können, bevor man sich komplett regeneriert hat.

Diejenigen von euch Lesern, die wissen wer sich hinter diesem Blog "versteckt", möchte ich bitten euch keine Sorgen zu machen, wenn meine Gedanken mal sehr düster sind.
Dieser Blog ist für mich eine Möglichkeit meine Gedanken freizulassen - aufzuschreiben, was mich bewegt, worüber ich nachdenke, was mich fertig macht...
Und zu diesen Gedanken gehören leider auch diese - "Wie kann ich mich am besten von dieser Welt verabschieden".
Aber wie gesagt, das sind nur Gedanken ... Gedanken und Fragen ...
"Was mache ich hier ?"
"Warum gibts mich?"
"Ist es meine Aufgabe das alles durchzustehen?"
"Warum ist das meine Aufgabe?"
"Hab ichs nicht anders verdient?"
"Warum hab ich es nicht anders verdient?"
"Was ist der Sinn und Zweck vom irdischen Dasein?"
Diese Fragen machen mich mürbe und ich WILL Antworten!

Meine Freunde sagen immer, es gibt nicht auf alles Antworten und manchmal muß man Dinge einfach so belassen wie sie sind.
Ich wünschte mir, ich könnte die Dinge so belassen wie sie sind und sie wieder erneut verbuddeln - aber das gelingt mir nicht.
Selbst im Schlaf finde ich die Ruhe nicht.
Ständig träume ich von dem Arsch... wie ich in einem langen weißen Kleid als kleines Mädchen stocksteif in seinem Wohnzimmer stehe und er mich von hinten begrabscht.
Alle meine Träume drehen sich um Flucht und die Erkenntnis, daß es zu spät ist und ich nicht mehr rechtzeitig wegkomme.
Vielleicht gelingt mir ja irgendwann die Flucht...

Sonntag, 21. März 2010

Wie nicht anders erwartet...



Neue Post!! Juchu...
Wie zu erwarten war, wurde mein Antrag auf Opferentschädigung abgelehnt!


Die gelb-markierten Passagen finde ich besonders interessant.
Da weist die liebe Frau Stiefmutter darauf hin, daß der Zeitraum nicht stimmen kann, da wir erst 1980 ins Haus gezogen sind.
Witzigerweise, schreibt aber selbst das Versorgungsamt mit "ca." Angaben...
Und mal ehrlich - was denken die ? Das die beiden "Damen" sagen:
"Ja klar, der Alte hat das Kind missbraucht!"
Ich verstehe dieses Amt nicht.
Keine Zeugen ?
Ja wäre echt klasse gewesen, wenn die komplette Familie drumrumgesessen hätte und dem Alten noch applaudiert hätte...

Und damit hat sich der Käse - 2 sagen "stimmt nicht" - eine sagt "stimmt" - tja 2 gegen 1
Klar wem man glaubt. Und wenn die beiden "Damen" dann noch einer alten, einflussreichen Altnazi Familie angehören, dann hat man als Überlebende nicht wirklich eine Chance...


Tja wieder ein perfektes Beispiel für aufmunternde Worte, daß man sich als Überlebende nicht entmutigen lassen soll. Ich finde dieses Schreiben ist doch die perfekte Ermunterung.
Man fühlt sich als Überlebende so richtig gut aufgehoben und verstanden.
Hilfe im vollen Umfang.
Der deutsche Staat hat meiner Meinung nach mal wieder auf ganzer Länge versagt!
Ich verstehe immer mehr die Menschen, die solche Geschehnisse in sich reinfressen und versuchen das Ganze zu vergessen/verdrängen.

Mein Anwalt hat Einspruch eingelegt und will ggf. auch klagen!
Mein Psychater sagte, er stehe komplett hinter mir und ist vollends davon überzeugt, daß mir diese Dinge auch wirklich passiert sind. Ich hoffe er als Spezialist wird wohl wissen wovon er spricht.
Denn eins kann ich euch verraten - die Selbstzweifel sind der Horror!
Man fängt an, an sich selber zu zweifeln - denkt darüber nach, ob man sich das nicht doch alles einbildet, ob man es sogar vielleicht provoziert hat!
Doch mein Krankheitsbild sagt, daß genau das passiert ist und ich mir leider nichts davon nur einbilde!!!
Mein Arzt meinte weiterhin, daß es keine Rolle spiele wie alt ich war und ob ich mich um 2 Jahre "vertan" habe (was nicht ungewöhnlich sei und schon gar nicht auf lügen hinweise!)
Er sagte, daß der Einzug ins Haus nichts aussage, da der Kontakt seit Mitte der 70er besteht - nämlich seitdem mein Erzeuger diese Frau kennengelernt hatte.
Ich kann euch sagen, solche Grübeleien können einem arg zusetzen.
Ob die Worte meines Arztes mich jetzt aufbauen oder nicht, kann ich noch nicht beurteilen - zumindest waren sie in diesem Moment ein Strohhalm...

Montag, 15. März 2010

Muttergefühle


Guten Morgen!

Seit ca. 2 Wochen mache ich mir Gedanken über Muttergefühle.
Nicht meine Muttergefühle zu meinem Kind (die sind klar erkennbar), sondern die Gefühle meiner Mutter zu mir.
Dafür muß ich mal eben etwas ausholen:
Meine Eltern haben sich scheiden lassen als ich so ca. 2 Jahre alt war.
Meine Mutter hat mich bei meinem Erzeuger und meiner Oma gelassen. Die Begründung war, ich sehe meinem Erzeuger zu ähnlich, als das sie mich behalten wolle.
So wurde es mir als Kind immer erzählt.
Das ich noch eine Schwester hatte und wir sogar zusammen auf die selbe Grundeschule gingen, habe ich erst viel viel später erfahren.
Auch habe ich erfahren, daß die Lehrer damals strikt angehalten wurden uns nicht in Kontakt kommen zu lassen ... warum auch immer!
Mit ca. 14 Jahren habe ich meine Mutter dann mal besucht (sie wohnt nur 10 Minuten Fussweg von mir entfernt).
Um der ganzen Scheisse zu entkommen, kam das Thema wohl auch aufs "Umziehen".
Aber das schien wohl falsch angekommen zu sein, denn meine Mutter zeigte nicht wirklich großes Interesse an mir oder meiner Situation.
Der nächste Kontakt kam dann zustande, als ich schwanger war.
Meine Mutter rief mich an und fragte, warum sie über Dritte erfahren müsse, daß sie Oma wird (ich hatte es meiner Schwester telefonisch mitgeteilt).
Von da an hatte ich regelmässiger Kontakt und ich began die Aussagen meines Erzeugers und meiner Oma anzuzweifeln.
Ich dachte, wenn diese Frau kein Interesse an mir hätte, dann würde sie sich doch nicht so oft melden...
Mein Erzeuger war allerdings der Meinung, daß meine Mutter nichts tut ohne Hintergedanken.
Er war sogar der Ansicht, daß sie für mich keinen Finger krumm machen würde, wenn meine Kurze nicht wäre. Das sei alles Berechnung.
Ich habe ihm nich´t geglaubt - und ich wollte ihm auch gar nicht glauben.
Ich wollte einfach nur endlich meine Mama!
Wie es dann so kam - meine Mutter überredete mich, in ihre Stadt zu ziehen um meiner Familie nahe zu sein.
Ich könne bei ihr arbeiten, es wäre immer jemand für mich und die Kleine da. Dort sei meine Familie!
Hörte sich richtig super an! Nun konnte es ja nur noch bergauf gehen, oder?
Ja oder ...
Anfangs lief es auch echt klasse - zwar stellenweise etwas stressig, aber wenigstens hatte ich einen Job.
Ich war dafür zuständig die Waren aus ihrem Internetshop zu versenden und ihre Homepage zu warten.
Alles gut und schön - solange bis ich mal nicht so funktionierte wie von mir erwartet.
Ich war krank und geriet in Verzug mit einer Lieferung. Eine Kundin beschwerte sich im Gästebuch meiner Mutter.
Und diese hatte die tolle Idee dann auch noch Salz in die Wunden zu streuen und sich über ihre unfähige "Mitarbeiterin" auszulassen.
Hmm, das saß!
Nach und nach fielen mir aber noch andere Dinge auf, welche ich in meiner Euphorie endlich meine Mama wieder zu haben, beiseite geschoben hatte.
Ich war das 5. Rad am Wagen.
Wenn wir Familienfeste hatten und ich stolz irgendetwas erzählte, was ich z.B. geschafft hatte, brauchte nur ein anderes Familienmitglied daherkommen und was zeigen und schon wandten sich alle ab und ich saß da nach dem Motto "Ja danke für's Gespräch - ich war noch nicht fertig"
Auch bemerkte ich, daß meine Mutter mich nie herzlich in den Arm nehmen konnte. Sie gab mir zwar ein Bussi, aber sonst war da keine Herzlichkeit.
Anstelle einer liebevollen Umarmung bekam ich meist nur ein Schultertätscheln.
Aber wie gesagt, ich war einfach nur glücklich meine Mama wieder zu haben...
Irgendwann kam ich mir immer mehr fehl am Platz vor.
Mein Kind wurde mit Liebe und Geschenken überhäuft.
Doch dafür lächelte dann auch ihr Gesicht des öfteren auf Bastelsachen welche auf einem TV-Sender gezeigt wurden.
Und wieder war mein Erzeuger der Meinung, daß es doch logisch sei - denn die liebende Oma verkaufe sich schliesslich besser.
Und wieder wollte ich es nicht wahr haben. Nein SO war meine Mama nicht!! Meine Mama liebte mich doch, oder?
Oder...
Ich heiratete - es sollte der schönste Tag im Leben sein, oder ?
Ganz schön viele "Oder"s meiner Meinung nach...
Jedenfalls waren auf meiner Hochzeit sowohl mein Erzeuger als auch meine Mutter anwesend.
Meine Mutter zeigte meinem Erzeuger ganz deutlich zu wem mein Kind einen Draht hat.
Das ging mir schon mal gehörig auf den Nerv - an diesem Tag! Mein Hochzeitstag!
Nicht eine Woche später erfuhr ich dann durch einige Internetuser, daß meine Mama über mich hetzt.
Wie jetzt ? Hetzen ? MEINE MAMA??????????
Man zeigte mir Kopien von Nachrichten in welchen sie behauptete ich würde ihr Forum herunterwirtschaften etc.
Ich konnte es nicht glauben. A) war es mein Forum und B) tat ich nichts dergleichen.
Doch damit fing es erst an...
Zu dem Zeitpunkt hatte mich mittlerweile mein damaliger Mann dazu gedrängt den Job bei meiner Mutter an den Nagel zu hängen, weil unterm Strich für den Aufwand, die Entlohnung ein Witz war.
Also teilte ich ihr mit, sie möge ihre Ware abholen (die in meinem Schlafzimmer lagerte) und ich würde aber gerne weiterhin ihre Homepage warten.
Bis zu dem Tag, als ihre Homepage nicht mehr erreichbar war...
Warum das so war, vermag ich nicht zu sagen - ich denke es wird ein Providerproblem gewesen sein (kennt denke ich jeder von uns, das Sites mal nicht erreichbar sind).
Doch meine Mama war der Meinung, ich hätte ihre Homepage gehackt um mich an ihr zu rächen!
Wie bitte ???????
Das konnte doch nur ein schlechter Scherz sein.
Eine damalige Bekannte bot sich an der Sache auf den Grund zu gehen und mailte meine Mama an.
Nun hatte ich es schwarz auf weiß: in der Antwortmail stand, ich hätte ihre Homepage gehackt!!
Ich kann gar nicht beschreiben, was in mir vorging.
Ich war sauer, traurig, wütend, enttäuscht, verzweifelt...
Und ich wehrte mich...
Ich schrieb meiner Mama einen Brief, in welchem stand, daß sie das bitte richtig stellen soll und das ich weiterhin nicht möchte, daß sie mein Kind im TV vermarktet.
Ich kam mir ausgenutzt vor - hatte mein Erzeuger doch recht ???
Dann gings erst richtig los.
Seit diesem Tag wurde auch mein Kind linksliegengelassen.
In meinem Forum schrieb ich darüber wie traurig ich es finde, daß die Oma sich nicht mal zu Geburtstagen mehr meldet. Ich habe weder den Namen meiner Mama genannt noch die Initialien.
Einige User wussten aber über unser Verwandtschaftsverhältnis und hatten nichts besseres zu tun als gehässiges Getratsche zu säen.
Die Folge war, ich bekam einen Brief von meiner Mama mit der Androhung einer Klage, sollte ich diesen Artikel nicht aus meinem Forum entfernen.
Nach Erhalt dieses Briefes rief ich sie sofort an.
Sie sagte nur süffisant: "Ach Du hast meinen Brief erhalten" und legte auf!!!
Ich rief wieder an - ich wollte das klären. Aber mehr als Gekeife und Schuldzuweisungen kamen dabei nicht rum.
Einen Satz aber werde ich nie vergessen - sie sagte zu mir, ich bräuchte mich nicht wundern, daß sie mich weggegeben hat, so wie ich sei!!!
Wie ist man denn mit 2 Jahren ?????????????????????????
Ich war fix und fertig und habe total geweint.
An diesem Tag war mein Kind nicht wie üblich im Kindergarten sondern zu hause.
Und sie hat alles mitbekommen - sie wusste mit wem ich spreche und sie hat gesehen, daß ihre Mami weint - von da an hatte Oma verschissen bei ihr!
Trotzdem wollte ich das alles nicht wahrhaben.
Die Kurze malte ein Bild für Oma und meinte, sie male das Bild um Oma damit zu sagen, daß sie sich bei mir entschuldigen soll. Ich schrieb noch einen Brief zu dem Bild in welchem stand, daß ich nicht möchte, daß sie meinem Kind dieselben falschen Versprechungen macht wie mir.
Bis zum heutigen Tag wird es so ausgelegt, daß ich ihr den Umgang mit ihrer Enkelin verboten hätte. Das stimmt gar nicht - ich wollte damit nur sagen, daß ich nicht möchte, das sie mein Kind enttäuscht und sie verletzt.
Nun war der nächste Bruch also da.
Ich startete einen Versuch indem ich ihr einen ellenlangen Brief schrieb - über meine Gefühle, meine Gedanken, über das was mir als Kind passiert ist etc.
Als Antwort bekam ich eine eMail das ich doch sicherlich verstehen könne, daß sie mir jetzt nicht antworten kann - sie sei im Messestreß!
Ok, dann warte ich.
Als nächstes kam eine Mail, wir könnten ja über meinen Brief reden wenn ihre Stimmbandentzündung vorbei sei...
Ok, dann warte ich.
Ich warte jetzt seit ca. 4 Jahren auf eine Antwort auf meinen Brief!
Dann traf mich der nächste Schock.
Durchs INTERNET!! erfuhr ich, daß meine Oma gestorben war. Ich weiß bis heute nicht an was sie gestorben ist, wann sie genau gestorben ist, auf welchem Friedhof sie liegt etc.
Meine Familie hielt es nicht für nötig mich zu informieren, mir die Chance zu geben mich von meiner Oma zu verabschieden...
Von da an dachte ich, ich müsse dieses Thema abhaken - aber ich konnte es nicht.
Das nächste was ich auch wieder durchs Internet erfuhr war, daß meine Mama Brustkrebs hatte.
Erneuter Schock.
Das nächste was folgte war die Frage: "Warum sagt sie mir das nicht?" - "Warum rät sie ihrem Kind nicht, sich vorsorglich auch mal untersuchen zu lassen?"
Macht man sowas nicht ? Ist einer Mutter das Wohl ihres Kindes nicht wichtig?
Anscheindend nicht!
Ich versuchte das Geschehene zu verdrängen und damit zu leben.
Bis vor ein paar Wochen ging das auch ganz gut, doch dann traf ich meinen Bruder im Bus und da fingen die Träume an.
Fast täglich träumte ich wirre Sachen von meiner Mutter. Ich war jedesmal wie gerädert und machte mir Gedanken, warum ich diese Träume habe.
Ich kam zu dem Schluß, das müsse ein Zeichen sein. Ein Zeichen dafür alte Geschichten ruhen zu lassen und das restliche Leben harmonisch zu leben , in Frieden mit der Familie.....
Dachte ich........
Ich erzählte meiner Kleinen von meinem Vorhaben die Oma zu kontaktieren. Ich fragte sie, ob wir der Oma noch eine Chance geben sollen und aus ihrem kleinen Mund kam ein klares: NEIN!
Doch ich versuchte es noch mal und sagte ihr, man könne doch nicht für den Rest seines Lebens böse auf jemanden sein, man müsse doch auch mal abschliessen können.
Daraufhin sagt meine Kurze mit ihren 9 Jahren: "Mama, ich hab dich gewarnt!"
Klare Worte.
Mir ließen meine Gedanken keine Ruhe - ich wollte mich aussprechen, ich wollte allen Scheiß hinter mir lassen - ich wollte MEINE MAMA!!
Also schrieb ich ihr eine eMail, ob wir uns treffen könnten, wann sie Zeit für mich hätte, weil mir eMail zu unpersönlich sei.
Es dauerte einige Tage bis sie antwortete.
Doch die Antwort fiel anders aus als erhofft.
Sie möchte nichts mehr mit mir zu tun haben - sie möchte nicht noch mal erleben, daß ihr das Enkelkind entzogen wird und fiese Dinge über sie verbreitet werden.
Ich wusste, daß es keinen Sinn macht zu schreiben, daß das alles so gar nicht stimmt. Das wäre nur wieder ausgeartet in eine Diskussion "Du hast...", "Nee, Du hast aber auch...."
Das wollte ich nicht, also schrieb ich ihr, daß ich keine alten Sachen aufwärmen will, sondern das ich einfach nur meine Mama möchte.
Ich bat sie desweiteren, falls mir mal was passieren sollte, das sie sich um meine Kurze kümmert. Das ich wenigstens da die Gewissheit hätte.
Als Antwort kam, daß sie dazu aufgrund ihrer Krankheit nicht in der Lage sei.
Sie ist immer noch krank ?
Ist es nicht gerade dann ein Grund mehr seine Abneigung zu überdenken und sich auszusprechen???
Ich schrieb ihr, daß ich nichts von ihr will - keine materiellen Ansprüche habe - das ich nur meine Mama möchte und wissen möchte, ob meine Mama mich liebt!
Als Antwort kam:

NICHTS!

Seitdem geht es mir noch beschissener als vorher schon.
Das ist das 3. Mal das sie mir in den Arsch tritt und das 2. Mal das sie meine Frage, ob sie mich liebt nicht beantwortet!
Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll ?
Ist es das Zeichen, auf das ich gewartet habe? Die Gewissheit, daß ich ihr scheißegal bin ?
Die Gewissheit, daß nicht jede Mutter ihr Kind so liebt wie ich mein Kind ?
Ist es das Zeichen, daß ich abschliessen soll mit ihr ? Kann ich das ????
Meine Stiefschwester sagt immer, es sei bemerkenswert zu welcher Liebe ich fähig sei meinem Kind gegenüber, wo ich doch selber nie welche erfahren habe.
Ist das so ? Ist Mutterliebe nicht erblich bedingt ?
Warum kann ich es, aber meine Mutter nicht ?????????

Sonntag, 21. Februar 2010

Gefangen in der Vergangenheit



Hallo liebe Blogbesucher

Ich war lange nicht in der Lage hier zu schreiben und bin es ehrlich gesagt auch jetzt noch nicht.
Dennoch muss ich jetzt meine wirren Gedanken in Worte fassen - muss das Gedachte rauslassen um nicht durchzudrehen.
Eine Zeit lang habe ich geglaubt, ich schaffe es - ich kann mit der Vergangenheit abschließen, kann sie hinter mir lassen...
Am Anfang, als ich anfing die Medikamente zu nehmen, hatte ich plötzlich neuen Lebensmut.
Habe mir eingeredet, das alles irgendwann wieder gut ist...
Wieder ?
Irgendwie wars nie gut.
Ich solle positiv denken, sagt die Psychologin im Krisenzentrum...
Wie denkt man positiv?
Naja, man müsse den Schalter im Kopf umlegen - von negativ zu positiv.
Hört sich ja total simpel an oder ?
Das probiere ich mal aus, dachte ich mir und bin frohen Mutes nach hause gefahren.
Mit positiven Gedanken kam ich daheim an und öffnete den Briefkasten.
Und was fand ich "tolles" darin?
Mein Schatz hat die Kündigung bekommen und ist nun arbeitslos!
Ja Mensch, das ist doch mal positiv...
Da kommt man sich vom Leben doch irgendwie verarscht vor oder ?
Oder aber ich bin zu blöd, um einfache Schaltmechanismen zu bedienen.
Meine schöne aufgebaute Anti-Depressiva Schutzhülle bekommt langsam aber sicher immer mehr Risse.
Ich vergleiche die Situation oft mit einem Galgen.
Eine fette Schlinge liegt um meinen Hals und zieht sich langsam immer mehr zu. Manchmal wird sie etwas lockerer, aber nur um dann noch mal richtig nachzuziehen.

Zur Zeit bin ich nur schwerelos.
Ich schwebe durch die Welt wie ein aufgeblähter Ballon und schaffe es nicht mich irgendwo zu verankern.
Einen festen Platz zu finden ... ich schwebe und schwebe und irgendwann löse ich mich auf.
Wo ist mein Platz in der Welt ?
Habe ich einen ?
Will mich die Welt ?

So war es schon so oft.
Als ich Kind war, wusste ich auch nie wo mein Platz ist.
Oft habe ich darüber nachgedacht, ob es meine Schuld war, das ER mich angefasst hat.
Habe ich ihn ermutigt, weil ich meinen Opi so geliebt und bewundert habe ?
Habe ich es am Ende etwa so gewollt ?
Es muß eine plausible Erklärung geben!
Niemand aus meiner Familie sagt: "Hey, das was Dir passiert ist, ist mega Scheiße - aber Du bist NICHT schuld!"
Was also soll ich denken ?
Keine Antworten auf meine Fragen. Keine Tipps wie man sowas verarbeitet.
Schiebt man es weg ? Schreit man es herraus ?

Mit 11 Jahren habe ich das erste Mal versucht mich umzubringen.
Suizid ist feige ?
Ich weiß nicht.
Eine Zeit lang habe ich das gedacht. Ich dachte, man muß sich seinen Problemen stellen und an einer Lösung arbeiten.
Sich einfach verkrümeln ist feige.
Damals mit 11 fand ich mich nicht feige. Ich wollte einfach dieser Welt entfliehen.
Weglaufen hatte ja schon mal nicht geklappt. Mich jemandem anvertrauen ging auch nicht.
Was sollte ich also tun ?
Mich in Luft auflösen...
Also nahm ich einen Kamm mit Metalstiel, machte ihn nass und steckte das nasse Metal in die Steckdose.
Ausser einem tierischen Stromschlag und einer anschliessenden Tracht Prügel von meiner Stiefmutter, hatte mich diese Aktion nicht gerade weitergebracht.
Ausser der Erkenntnis, daß ich wohl selbst dafür zu doof bin.
Ihr habt sicher schon bemerkt, daß meine Art zu schreiben manchmal vor Sarkasmus trieft ... das ist aber meine Art damit einigermaßen umzugehen um nicht ständig das Heulen anzufangen...
Heute denke ich, Suizid ist nicht feige sondern manchmal einfach die letzte Lösung eines fetten Problems, welche einem noch bleibt.
Wenn man zu der Überzeugung gelangt, allen nur noch auf den Sack zu gehen und alle mit seiner Anwesenheit zur Last zu fallen ...

Gefangen in der Vergangenheit ... die Vergangenheit holt mich jeden Tag wieder ein.
Ich kann nicht loslassen.
Ich will Antworten!!!
Antworten die erklären, warum ich mich so fühle wie ich mich jetzt fühle.
Antworten die erklären, warum ich krank bin, warum ich kein normales Leben führen kann.
Antworten die erklären, warum ich mir mies vorkomme und denke ich habe nicht das Recht auf Antworten.
Antworten die erklären, warum ich mich dafür hasse zu denken ich würde in Selbstmitleid zerfliessen.
Antworten die erklären, warum ich keinen Platz im Leben habe und die mir erklären was ich falsch mache.
Antworten die erklären, warum ich mich nicht einfach selber in den Hintern trete und positiv denke.
Antworten die erklären, warum meine Familie mich ablehnt.

Das könnte jetzt ins Endlose führen ...
Die Antwort auf meine Fragen werde ich mir nur selber geben können.
Die Antwort ist meiner Meinung nach, daß ich einfach ein Mensch bin der es aus irgendwelchen Gründen nicht anders verdient hat.
Vielleicht sollte ich mich also eher auf die Suche nach diesen Gründen machen.
Als Kind wurde mir immer gesagt, ich sei anders, ich sei nicht normal, ich müsse mich anpassen.
Meine Oma hat sogar mal behauptet ich sei vom Teufel besessen *augenroll*
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich frage mich schon wie sie darauf kommen.
Wenn das alle sagen, dann muß doch da was Wahres dran sein oder ?
Aber wie wird man anders? Wie wird man "unnormal" ?
Wenn es nach meiner Familie geht, dann war ich schon immer so.
Also wurde ich so geboren ?
Heisst das, meine Eltern sind auch nicht normal ?
Oder woher kommen die anormalen Gene ?
Bestrafen mich meine Eltern dafür, daß ich nicht so bin wie sie es sich ausgemalt haben ?
Wer zur Hölle kann mir die Antworten darauf geben ???

Die gedanklichen Flashs in meine Vergangenheit werden immer mehr.
Manchmal erwischt es mich unter der Dusche, beim Einkauf oder einfach mitten auf der Straße.
Manchmal sind es Geräusche, Bilder, Vorstellungen oder Dinge die auf der Straße liegen.
Und es kündigt sich nicht an.
Es ist plötzlich da und lähmt mich.
Aber ich darf mich nicht lähmen lassen.
Ich muß durchhalten und funktionieren wie ein Uhrwerk.
Ich werde zumindest von zwei Menschen gebraucht und das erhält mich momentan am Leben!

Danke für's Zuhören

Dienstag, 10. November 2009

Ein Bild, welches mich bewegt...




Bei meinem Arzt im Wartezimmer hängt ein riesiges Bild in der Mitte des Raumes.
Jedes Mal wenn ich dort bin, bin ich fasziniert von diesem Bild.
Ich entdecke immer etwas Neues dadrauf.
Aber am meisten beschäftigt mich,daß ich mich mit dem Bild zur Zeit sehr identifizieren kann.
Das oben rechts in der Ecke bin ich:
eine rothaarige Frisur - ohne Gesicht!
In den letzten Monaten und Wochen hat sich so viel verändert (auch durch die Medikamente), daß ich zur Zeit einfach nicht weiß wer ich bin. Gesichtslos eben.
Das Bild verrät auf den ersten Blick ein absolutes Chaos - mein Leben.
Und erst bei genauerem Hinsehen erkennt man Details, kann Kleinigkeiten analysieren.
Ich finde dieses Bild einfach nur klasse :)

Zum Vergrößern anklicken!