Samstag, 11. Juli 2009

Teil 6 - Du lügst...




Das Bettnässen blieb natürlich nicht ohne Folgen.
Am nächsten Morgen gab es erst mal eine saftige Ohrfeige und ich musste mein Laken von Hand auswaschen.
Ich entschied mich nun doch dafür,mich meiner Mami und meiner Omi anzuvertrauen.
Hatte ich doch innerlich gehofft, nun würde alles gut werden - so hatte ich mich mal wieder geirrt!
Nachdem ich nun alles erzählt hatte, bekam ich die Tracht Prügel meines Lebens.
Warum ?
Für's "Lügen"!!!!
Man bläute mir im wahrsten Sinne des Wortes ein, niemals wieder ein Wort darüber zu verlieren und solche schamlosen "Lügen" über meinen Opi der so viel für mich getan hat, zu erzählen.

Nun stand ich komplett alleine da und vertraute mich niemandem mehr an.
Ich liess es ab dem Zeitpunkt einfach nur noch über mich ergehen und hielt ganz einfach meinen "verlogenen" Mund.
Ich begriff die Welt nicht mehr. Es war doch alles wahr! Warum glaubte mir niemand ? Warum bekam ich Schläge, wenn ich doch die Wahrheit sagte ?
Das Bettnässen wurde zur Gewohnheit. Fast jede Nacht wachte ich erschrocken auf.
Da mein Zimmer ja im Keller lag und ich dort auch ein eigenes Badezimmer hatte, riss ich panisch das Laken vom Bett, versuchte es so gut es ging auszuwaschen und bezog mein Bett wieder mit dem nassen Laken.
Während der restlichen Nacht legte ich mich dann in die Nässe, in der Hoffnung, meine Körperwärme trocknet das Laken bis zum nächsten Morgen wenn ich geweckt wurde.
Es war abzusehen, daß das natürlich nicht klappte.
Also versuchte man mich neben den Schlägen auch noch zu blamieren.
Mami hängte dann immer meine vollgepinkelten Bettlaken im Garten auf, damit auch alle anderen 300 Einwohner des kleinen Kaffs sehen konnten :

Oh das schwererziehbare Mädchen hat wieder ins Bett gemacht!

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