Dienstag, 28. Juli 2009

Wie ein Schlag ins Gesicht



Kurzer Zwischenbericht!
Nachdem ich aufgrund meiner Vergangenheit einen Psychater aufgesucht habe, sowie einige andere Beratungsstellen, kam ein großer Stein ins Rollen.
Mittlerweile werde ich auch vom Weißen Ring betreut, welcher mir auch riet einen Antrag beim Versorgungsamt zu stellen auf Opferentschädigung.
Dieser Antrag sei wichtig, wenn es durch den Mißbrauch zu Langzeitfolgen kommt, welche beahndelt werden müssen.
Da ich einige dieser Langzeitfolgen habe und sie sich körperlich auswirken, habe ich mit Hilfe einer Dame des Weißen Rings diesen Antrag gestellt.
Gestern bekam ich dann ein Schreiben welches mich gelinde gesagt vom Hocker gerissen hat.
Vielleicht bin ich aufgrund meiner Erfahrungen etwas übersensibel, aber dieses Schreiben mit folgendem Inhalt finde ich schlichtweg unverschämt (zum besseren Lesen - Bild anklicken!)





Ich denke der Inhalt spricht für sich!
1978 war ich 8 Jahre alt und somit 1982 nicht 22 sondern 12!
Warum vertraut sich ein 8-jähriges misshandeltes Mädchen nicht Menschen an die es prügeln?
Ich kann diese Taktlosigkeit nicht nachvollziehen.
Mir ist bewusst, daß öffentliche Stellen alles bis ins kleinste Detail prüfen müssen - ich hätte mir damals gewünscht, das meine Misshandlungen und Blessuren genaustens geprüft worden wären!
Für mich persönlich ist dieses Schreiben ein harter Schlag, denn ich habe nun erneut Angst mich jemandem "anzuvertrauen" und darüber zu sprechen wenn mir quasi unterstellt wird "Du kannst es nicht beweisen? Du lügst!"

Montag, 20. Juli 2009

Teil 7 - Fluchtversuch



Ab nun ging es einfach nur noch ums Überleben. Doch wie stellte man das an wenn man allein war???
Irgendwie wurde alles immer nur noch schlimmer.
Ich wurde systematisch ausgegrenzt und reagierte mit Trotz.
Alles was verboten war, wurde zu meiner Mission.
Ich zerschnitt die Bücher meines Vaters, telefonierte bis zum abwinken mit Freundinnen und bescherte meinen Eltern somit horrende Rechnungen,kam nie pünktlich nach Hause, stopfte mich heimlich mit Süßigkeiten voll.
Die Folgen waren immer die selben:

SCHLÄGE


Kleines blödes Ding!
Zu nichts nütze!
Kann nichts und taugt nichts!

Eines Tages lief ich dann von zuhause weg! Auf die gegenüberliegende Straßenseite zum Elternhaus meiner Freundin - im Nachthemd!
Der Vater meiner Freundin war zu dem Zeitpunkt Bürgermeister (was die spätere Reaktion noch verschärfte) und er war von Beruf Polizist.
Und was tut ein guter Polizist ???
Nein, er fragt nicht warum ein kleines Kind von zuhause wegläuft - er ruft die "armen" Eltern an die vor Sorge schon ganz krank sein müssen!
Das wars dann mit meinem Ausflug in die große weite Welt!
Der Vater meiner Freundin stand in der Haustür, winkte meinen Eltern auf der gegenüberliegenden Straßenseite freundlich rüber und sah zu wie ich barfuß in meinem Nachthemd zurück zu meinem Elternhaus schlich.
Mami und Papa standen in der Haustür und schauten mich mitleidig an - zwischendurch lächelten sie hinüber zum Vater meiner Freundin.
Nachdem ich es dann endlich starr vor Angst geschafft hatte die letzten Stufen zur Haustür hinaufzusteigen, zog Mami mich in ihre Arme und sagte für jeden gut verständlich: "Was machst du denn für Sachen mein Schatz?!"
Puh, Glück gehabt! War ja gar nicht so schlimm. Mami war nicht böse auf mich - alles würde wieder gut werden...
Denkste Puppe!
Es wurde noch einmal zum Nachbarn gewunken, der dann auch endlich seine wohlverdiente Nachtruhe geniessen konnte.
Dann wurde ich ins Haus geschoben und die Haustür wurde geschlossen.
Sekunden danach folgte ein Alptraum.
War ich soeben noch der Meinung alles würde gut werden,wurde ich erneut wie schon so oft eines besseren belehrt.
Mami stiess mich mit einem beherzten Tritt in meinen Rücken die marmorne Kellertreppe hinunter.
Wie ich nur konnte - und ausgerechnet zum Bürgermeister - was jetzt die Leute reden würden - mein Vater sollte doch Bürgermeister werden ...
Ich hörte nicht mehr hin.
Ich verkroch mich mit Schmerzen in meinem Kellerzimmer, zog die Decke über den Kopf und machte erneut ins Bett.

Sonntag, 19. Juli 2009

Unterschriftenaktion





STUTTGARTER ZEITUNG

Verjährungsfrist für Kinderschänder - Lebenslang für die Opfer

Christine Keck, veröffentlicht am 15.07.2009

Stuttgart - Um zu überleben, hat sie sich schlafend gestellt. Die Augen fest geschlossen, der kleine Körper bewegungslos wie ein Stück Totholz. Kein Wort kommt über ihre Lippen, kein Schluchzen. Sie liegt auf einer aufgeklappten Schaumstoffmatratze, auf der ihr Großvater erst die Rheumadecke ausgebreitet hat, dann das Leintuch, das er danach in die Reinigung trägt, um die Flecken entfernen zu lassen. Bloß nicht blinzeln, die Dunkelheit ist ihre Rettung. Sie will nicht sehen, was nicht sein darf, und hat sogar ihre einzige Verbündete aus dem Zimmer verbannt, die Pudeldame Finni mit ihren schwarzen Knopfaugen. Sie schämt sich vor ihr…

Mehr zum Artikel und zur Unterschriftenaktion:

http://norbert.denef.com/

Samstag, 11. Juli 2009

Teil 6 - Du lügst...




Das Bettnässen blieb natürlich nicht ohne Folgen.
Am nächsten Morgen gab es erst mal eine saftige Ohrfeige und ich musste mein Laken von Hand auswaschen.
Ich entschied mich nun doch dafür,mich meiner Mami und meiner Omi anzuvertrauen.
Hatte ich doch innerlich gehofft, nun würde alles gut werden - so hatte ich mich mal wieder geirrt!
Nachdem ich nun alles erzählt hatte, bekam ich die Tracht Prügel meines Lebens.
Warum ?
Für's "Lügen"!!!!
Man bläute mir im wahrsten Sinne des Wortes ein, niemals wieder ein Wort darüber zu verlieren und solche schamlosen "Lügen" über meinen Opi der so viel für mich getan hat, zu erzählen.

Nun stand ich komplett alleine da und vertraute mich niemandem mehr an.
Ich liess es ab dem Zeitpunkt einfach nur noch über mich ergehen und hielt ganz einfach meinen "verlogenen" Mund.
Ich begriff die Welt nicht mehr. Es war doch alles wahr! Warum glaubte mir niemand ? Warum bekam ich Schläge, wenn ich doch die Wahrheit sagte ?
Das Bettnässen wurde zur Gewohnheit. Fast jede Nacht wachte ich erschrocken auf.
Da mein Zimmer ja im Keller lag und ich dort auch ein eigenes Badezimmer hatte, riss ich panisch das Laken vom Bett, versuchte es so gut es ging auszuwaschen und bezog mein Bett wieder mit dem nassen Laken.
Während der restlichen Nacht legte ich mich dann in die Nässe, in der Hoffnung, meine Körperwärme trocknet das Laken bis zum nächsten Morgen wenn ich geweckt wurde.
Es war abzusehen, daß das natürlich nicht klappte.
Also versuchte man mich neben den Schlägen auch noch zu blamieren.
Mami hängte dann immer meine vollgepinkelten Bettlaken im Garten auf, damit auch alle anderen 300 Einwohner des kleinen Kaffs sehen konnten :

Oh das schwererziehbare Mädchen hat wieder ins Bett gemacht!

Dienstag, 7. Juli 2009

Teil 5 - Das neue Haus



Super! Umzug mit der ganzen Familie.
Ein riesiges großes Haus mit Marmorkamin und Fussbodenheizung, riesigem Garten, einem kleinen Plantschbecken und Oma und Opa gleich noch mit dazu.
Es hörte sich an wie ein Traum.
Sogar meine Stieftante und mein Stiefonkel wohnten nur eine Straße weiter. Die ganze Familie auf engstem Raum.
Weit gefehlt...
Wenn ich noch dachte, jetzt ging es bergauf - ich sollte schnell mitbekommen wie sehr ich mich irrte!
Omi und Opi bewohnten das 1. Obergeschoß dieser Luxusvilla. Mami, Papa und mein Bruder das große Erdgeschoß und ich ? Ja ich "durfte" in den Keller. Welche Ironie des Schicksals.
Ich nahm es erst mal gelassen. Redete mir ein "Hey, mein eigenes Reich - keiner kann mich kontrollieren".
Pustekuchen!
Ich wurde auf einer neuen Schule angemeldet, lernte neue Kinder kennen, schloß Freundschaften.
Meine Beste Freundin wohnte damals genau gegenüber und so hatte man viel Zeit um miteinander zu spielen.
Und noch jemand trat in mein kleines Leben:
Die Pflegetochter meiner Stieftante.
Obwohl sie schon 16 war, verstand ich mich bestens mit ihr und sie wurde ein kleiner Ersatz für meine zurückgelassene große Schwester die nach wie vor bei meinen anderen Großeltern lebte.
Dann ereignete sich etwas, was mein komplettes Leben bis heute aus der Bahn warf.
Wie jeden Abend ging ich vorm zu Bett gehen nach oben ins 1. Obergeschoß um Omi und Opi gute Nacht zu sagen.
Omi war nicht da und Opi stand vor seinem Fernsehsessel und erwartete mich.
Aber das erwartete Gute Nacht Küßchen auf die Wange blieb aus.
Stattdessen steckte Opi mir seine Zunge in den Mund und schob seine Hand zwischen meine Beine.
Ich war wie erstarrt! Doch nicht mein Opi! Warum tat er so etwas unangenehmes?
Wie in Trance stieg ich die Stufen wieder hinunter und legte mich in mein Bett.
In dieser Nacht machte ich zum ersten Mal ins Bett!

Teil 4 - Der neue Bruder



Da war er endlich ! Mein neues kleines Brüderchen. Man was war ich stolz gewesen. Hätte es denn noch herrlicher kommen können ? Eine Familie mit Vater, Mutter und 2 Kindern.
Ansich ja eine tolle Sache, doch auch hier muß wieder erwähnt werden, daß es manchmal anders kommt als gedacht.
Nun war mein Bruder ja noch ein klitzekleines Würmchen und Mami war noch sehr geschwächt von der Geburt.
Das bedeutete natürlich auch, daß beide viel viel Ruhe brauchten und sich erst einmal aneinander gewöhnen mussten.
Mein kleiner Bruder durfte ständig zu Mami und Papa ins Bett kuscheln - er war ja noch so klein.
Ab und an durfte ich auch mitkuscheln, aber nicht mehr so oft wie vorher.
Nun ja, ich war ja jetzt auch die "Große" und so ein kleines Baby braucht halt die Mami mehr als ich.
Einleuchtend.
So wunderte es auch niemanden, als ich schon recht bald der elterlichen Wohnung verwiesen wurde und mein Zimmer im Keller bezog.
Man musste 2 Etagen runter in einen gruseligen Keller, durch eine unheimliche Waschküche um in die angrenzende Einliegerwohnung zu kommen.
Naja einen positiven Aspekt hatte das Ganze ja: ich hatte mein eigenes Reich mit eigenem Badezimmer und eigener Eingangstür.
Ganz schön luxuriös oder ?
Aber eigentlich war mir das ziemlich egal, denn ich wollte viel lieber bei meiner Familie sein.
Und so fing ich an zu rebellieren.
Ich war eifersüchtig auf meinen kleinen sabbernden Bruder, der von allen Seiten Zucker in seinen kleinen Hintern geblasen bekam, während ich mein Dasein im Keller fristete und immer öfter Mecker bekam.
Es hiess, ich sei schwer erziehbar O_o
Ich sehnte mich nach der Liebe von Mami zurück und dachte, vielleicht hat sie mich wieder lieb wenn ich den Störenfried ein wenig piesacke.
Also ließ ich ihn vom Wickeltisch fallen, aus dem Kinderwagen plumpsen oder ich kniff ihn heimlich abends durch die Gitterstäbe seines Bettchens in die speckigen Babyarme.
Bei Mami kam das alles gar nicht gut an und der erwünschte Erfolg stellte sich nicht ein.
Stattdessen wurde ich immer unbeliebter auf ihrer Skala und bezog immer öfter Prügel.
Doch dann kam ein Hoffnungsschimmer:
Wir zogen auf ein Dorf in das noble Haus von Mami's Eltern!

Mittwoch, 1. Juli 2009

Teil 3 - Die Neue




Wie schon erwähnt, ich wurde zum glücklichsten Kind der Welt.
Endlich hatte ich eine Mami - eine heile Familie.
Endlich war ich normal und konnte mit den anderen Kindern mithalten.

Diese Frau war eine Göttin für mich.
Sie sorgte zu allererst dafür, daß ich in die Wohnung meines Vaters zog. Ich bekam ein eigenes Kinderzimmer ganz für mich alleine.
Meine neue Mami war der Meinung, ein Kind gehört zu seinen Eltern und nicht zu den Großeltern.
Welch kluge Frau!
Mami wollte auch ausschliesslich "Mami" genannt werden, weil sie meinte "Mama" wären nur dicke, fette Frauen.
Sie aber glich einem Elfenwesen, so zart und zerbrechlich.
Ich schloß sie direkt in mein kleines Herz und fieberte jedem neuen Treffen entgegen.
Zu meinem 6. Geburtstag schenkte sie mir eine goldene Kette mit einer kleinen goldenen Pfeife daran.
Ich hütete diesen Schatz wie meinen Augapfel - denn schliesslich war dieses wundervolle Geschenk von IHR!

Ziemlich schnell nach ihrem Kennenlernen heiratete mein Vater diese Göttin in Menschengestalt und ich konnte sie nun täglich anhimmeln.
Mittlerweile hatte ich auch ihre Eltern kennengelernt, welche in einer Nachbarstadt nicht weit von uns wohnten.
Auch sie waren wundervoll und liebevoll und freuten sich über ihr neues Enkelkind.
Sie unternahmen oft tolle Ausflüge mit mir. Wir fuhren in Freizeitparks, machten Picknick und besuchten andere Städte.
Ich war so glücklich!
Und ich fühlte mich das erste mal in meinem Leben dazugehörig und behütet.
Mami war sehr kuschelig und schmuste viel mit mir. Ja ich durfte sogar Sonntagmorgens mit ins Bett, zwischen Papa und Mami.

Als ich so ca. 7 Jahre alt war (knapp ein Jahr nachdem Mami in mein Leben trat) wurde sie schwanger.
Ein Geschwisterchen ?
Ich konnte mein Glück kaum fassen.
Ein Bruder, eine Schwester ? Egal - wir waren eine richtige Familie.
Ich freute mich riesig auf mein neues Geschwisterchen und konnte es kaum erwarten, das es endlich kam.
Und dann wurde mein Bruder geboren...