Dienstag, 10. November 2009

Ein Bild, welches mich bewegt...




Bei meinem Arzt im Wartezimmer hängt ein riesiges Bild in der Mitte des Raumes.
Jedes Mal wenn ich dort bin, bin ich fasziniert von diesem Bild.
Ich entdecke immer etwas Neues dadrauf.
Aber am meisten beschäftigt mich,daß ich mich mit dem Bild zur Zeit sehr identifizieren kann.
Das oben rechts in der Ecke bin ich:
eine rothaarige Frisur - ohne Gesicht!
In den letzten Monaten und Wochen hat sich so viel verändert (auch durch die Medikamente), daß ich zur Zeit einfach nicht weiß wer ich bin. Gesichtslos eben.
Das Bild verrät auf den ersten Blick ein absolutes Chaos - mein Leben.
Und erst bei genauerem Hinsehen erkennt man Details, kann Kleinigkeiten analysieren.
Ich finde dieses Bild einfach nur klasse :)

Zum Vergrößern anklicken!

Dienstag, 13. Oktober 2009

noch mehr Lügen...



Nach dem heutigen Tag kann ich mehr als 100%ig nachempfinden warum soviele Opfer schweigen. Warum soviele Opfer sich niemandem anvertrauen und alles Erlebte in sich hineinfressen.
Nach diesem Tag heute ist meine Welt komplett in sich zusammengebrochen.
Die Fortschritte, welche ich mit Hilfe der Medikamente bis dato gemacht habe - weg!
Jetzt heißt es erneut von vorne anfangen.
Wieder sammeln, zur Ruhe kommen, die Tränen und die Verzweiflung zur Seite schieben und weiter kämpfen.
Kämpfen bis zum Umfallen!
Was passiert ist?
Ich habe heute Post meines Anwalts bekommen mit den Anwaltskopien des Erzeugers/Täter/Vermieter.
Sein Dementi zur gestrigen Gerichtsverhandlung.
Da das Schreiben sehr lang ist, habe ich hier nur einen Auszug aus den anwältlichen Erklärungen, welche ich am heftigsten empfand:

Ich weiß nicht was ich schlimmer finde - mich als Lügnerin hingestellt zu sehen was die Gewalt in meiner Kindheit betrifft oder die Aussage, daß ich angeblich mit Absicht den Erzeuger/Vermieter/Täter verletzt haben soll.
Vielleicht reagiere ich über, aber anhand der drei Aussagen fühle ich mich als werfe man mir vor, ich hätte versucht den Erzeuger/Täter/Vermieter umzubringen!!!
Tatsache ist, wie ich ja schon berichtet hatte, daß ich in Panik versuchte mich mit dem Rücken an ihn gewandt mich aus dem Raum zu quetschen.
Weder habe ich hinten Augen um gezielte Schläge auszuführen noch bin ich anatomisch so gut bewandert um zu wissen wo die Leber sitzt.
Ich weiß, daß ich mich nicht rechtfertigen muß, aber jetzt ist wieder genauso eine Situation wie ich sie in meiner Kindheit tausende Male hatte - ich werde als Lügnerin hingestellt!
Als ausgeflippte, hysterische Irre!
Der folgende Auszug ist die eidesstattliche Erklärung des Freundes des Erzeugers/Täter/Vermieter.
Wie schon hier berichtet, hatte der Erzeuger/Täter/Vermieter ja seinen Kumpel instruiert zu sagen, daß ich ihm den Ellbogen in die Seite geschlagen hätte.
Was dieser jetzt auch folgsam beeidigt!
(Wieviel steht auf Meineid??????)

Der krönende Abschluß aber bildet die eidesstattliche Erklärung des Erzeugers/Täter/Vermieter.
Ich denke, ich muß hier nicht ausführlich etwas dazu schreiben - der Text spricht Bände:



Montag, 12. Oktober 2009

Trotz Gutachten - einstweilige Verfügung abgelehnt!



Heute war die Verhandlung wegen der einstweiligen Verfügung.
Mein Anwalt hatte gefordert, daß sich der Erzeuger/Vermieter/Täter mir sich nicht unter 50 Metern nähern dürfe, sowie keinen persönlichen Kontakt zu mir aufnehmen dürfe.
Desweiteren solle das Schloß vom Gartentor entfernt werden da es eine Behinderung meiner Bewegungsfreiheit darstelle.
Von meinem Arzt erhielt ich folgendes Gutachten:




Dennoch war das Gericht der Meinung, da der Erzeuger/Vermieter/Täter ja 200km von mir entfernt wohne und sicherlich nicht die Absicht habe hier täglich im Objekt zu erscheinen - das eine einstweilige Verfügung wie sie beantragt wurde nicht von Nöten ist...
Was das Gartentor betreffe:
Dieses sei nicht ausdrücklich mitvermietet und bleibt somit verschlossen.
Die ganzen mündlichen Absprachen mit meiner Oma (wie Gartennutzung etc.) seien nicht schriftlich zu beweisen und haben somit auch keine Gültigkeit...

Das muß ich jetzt erst mal verdauen!

Freitag, 2. Oktober 2009

Angst



Heute ist mal wieder so ein Tag!
In meinem letzten Posting hatte ich ja den Brief erwähnt - mit Nettigkeiten gespickt.
Für mich ein absolutes Armutszeugnis - der Vermieter/Erzeuger/Täter weiß wohl nicht mehr weiter in seiner Mission, mich aus dem Haus zu vertreiben.
Besonders liebevoll finde ich die Passage über meine Figur:



Der Termin für die Hausbesichtigung ist heute um 15 Uhr.
Mein Anwalt hat gemeint, es reiche vollkommen aus die Besichtigung für eine Stunde zuzulassen.
Ich bin total nervös und hoffe das ich nicht einen erneuten Zusammenbruch bekomme.
Am liebsten würde ich diesen Menschen nie mehr wiedersehen müssen.
Zum Glück kommt gleich eine liebe Freundin her und bleibt bis zum Ende der Besichtigung.
So bin ich nicht alleine und habe auch gleichzeitig eine Zeugin falls ich dem Vermieter/Erzeuger/Täter wieder angeblich meinen Ellbogen in den Magen schlagen sollte ...

Vor kurzem habe ich dann einen weiteren (für mich riesig großen) Schritt gewagt:
Ich habe (bzw. mein Anwalt) eine einstweilige Verfügung gegen meinen Vermieter/Erzeuger/Täter bei Gericht beantragt.
Wenn der Antrag durch ist, darf er sich mir nicht unter 50 Metern nähern und auch keinen persönlichen Kontakt zu mir aufnehmen.
Der Termin dafür ist am 12. Oktober 2009
Dank meines Arztes muss ich aber nicht persönlich vor Gericht erscheinen, sondern werde durch meinen Anwalt vertreten.
Darüber bin ich echt froh.
Ich würde das momentan nicht durchstehen.
Und ich habe Angst!
Angst, daß der Psychoterror jetzt erst recht losgeht weil "er" angepisst ist wegen der Verfügung.
Aber es musste etwas passieren.
Ich will nicht weiter leiden ...

Mittwoch, 9. September 2009

Freund und/oder Helfer ? Oder nichts von beidem ?



Das einen die Vergangenheit einholt, das ist so ein Spruch den vermutlich jeder schon mal gehört hat.
Aber das die Vergangenheit einen wie ein Riesenkraken umklammert ...
Heute war wieder ein Tag an dem alles nicht so verlief wie es geplant war.
Der Vermieter/Erzeuger/Täter hatte sich terminlich für 17:30 Uhr angekündigt um mit Kaufinteressenten das Haus zu besichtigen.
Soweit so gut - das ist eine Angabe mit der man etwas anfangen kann und auf die man sich seelisch einrichten kann.
Nun war es ca. 11 Uhr am Vormittag als ich ahnungslos im meinem Wohnzimmer saß. Da ich in der festen Annahme war, ich sei alleine in MEINER Wohnung, war ich auch nur leicht bekleidet aufgrund der Wärme.
Plötzlich stand der Vermieter/Erzeuger/Täter in MEINEM Flur in MEINER Wohnung.
Ich war wie gelähmt und konnte gar nicht richtig reagieren - und sah zu allem Überfluss auch noch den Markler um die Ecke linsen, bzw. er sah mich in meiner leichten Bekleidung.
Wie entwürdigend!
Ich teilte dem Vermieter/Erzeuger/Täter mit, das der ausgemachte Termin erst für 17:30 Uhr anberaumt sei. Er ignorierte mich und teilte mir mit, er könne den Rest zeigen wann er wolle.
In meiner Unwissenheit rief ich meinen Anwalt an um mich zu erkundigen ob das alles so rechtens sei.
Er riet mir die Polizei anzurufen was ich dann auch tat.
Der Beamte am Telefon teilte mir mit, daß der Vermieter als Eigentümer das Recht hätte sich im Haus aufzuhalten und ich nichts dagegen tun könne solange er meine Wohnung nicht mehr betrete.
Okay...
Nach einem Blick aus dem Fenster sah ich dann einen riesigen Container vor unserer Haustür.
Also bin ich in den Keller gegangen um nachzuschauen und stellte fest, das sämtliche Türen offenstanden, Festbeleutung, ein fremder Mann mähte in unserem Garten den Rasen...
Als mir dann noch ein Fremder im Keller entgegenkam fragte ich ihn wer er sei und was er in unserem Keller zu suchen habe.
Er teilte mir zwar nicht seinen Namen mit, aber erklärte mir das er meinem Vermieter/Erzeuger/Täter helfe den Keller zu räumen.
Keller räumen ???
Dazu muss ich etwas ausholen:
Als meine Oma verstarb forderte der Vermieter/Erzeuger/Täter uns auf, wenn wir in dem haus wohnen bleiben wollten, müssten wir auch Omas Wohnung leerräumen.
Gesagt getan - alles ausgeräumt, in Müllsäcke verstaut und in den Keller gestellt - ein Container sollte dann irgendwann bestellt werden.
Nach mehrfachem Nachfragen passierte auch weiterhin nichts. Für einen Container sei kein Geld da.
Da der große Kellerraum nun voller Müll von Oma stand mussten wir unsere Sachen auf die kleineren Kellerräume verteilen.
Und genau diese sollten jetzt geräumt werden!
Also rief ich wieder meinen Anwalt an - da er im Gericht war, riet mir seine Kollegin Fotos von unseren Dingen im Keller zu machen.
Also wieder hinunter in den Keller, mit Fotoapparat bewaffnet.
Nachdem ich den ersten Raum fotografiert hatte, stand mein Vermieter/Erzeuger/Täter hinter mir und teilte mir mit, was mir gehöre habe ich sofort und unverzüglich zu entfernen.
Ich bat ihn mich in Ruhe zu lassen und ging zum nächsten Raum.
Er lief wieder hinter mir her und teilte mir mit ich solle wohl besser meinen Anwalt anrufen.
ich bat ihn erneut mich in Ruhe zu lassen, da mein Psychater mir geraten hat jeglichen Täterkontakt zu vermeiden.
Es kam ein höhnisches: "Ach du hast einen Psychater? Das ist ja schön!"
ich ignorierte ihn und ging in den Schimmelraum um auch dort Fotos zu machen.
Er rief seinen Kumpel hinzu und versperrte mir die Tür.
Als ich durch wollte, stemmte er die Arme gegen den Türrahmen sodaß ich nicht durchkonnte und meinte: "So und jetzt noch mal vor Zeugen..."
Ich bekam voll Panik und versuchte mich mit dem Rücken zu ihm gewand an ihm vorbeizuzwängen.
Da wir beide keine Gazellen sind geriet er leicht aus dem Gleichgewicht und schwankte leicht gegen den Türrahmen.
Woraufhin er sofort rief:
"Leon (Name geändert), Du bist Zeuge- die hat mir ihren Ellenbogen in den Magen geschlagen!"

Fix und fertig mit den Nerven und mittlerweile hyperventilierend schaffte ich es gerade noch meine Freundin anzurufen und den Arzt zu informieren.
Meine Freundin kam direkt von der Arbeit her um die Polizei zu informieren.
Der Beamte am Telefon (diesmal ein anderer als zuvor bei mir), teilte mit das der Vermieter nicht einfach unsere Dinge aus dem Keller entsorgen dürfe und auch nicht einfach in meine Wohnung gehen dürfe und wir eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch stellen könnten.
Er wolle jetzt einen Streifenwagen vorbeischicken.
Über eine Stunde später kam dann auch besagter Streifenwagen und wir wägten uns schon in Sicherheit.
Ja Pustekuchen!
Da steht dort ein großer stattlicher Mann mit einer ruhigen tiefen Bassstimme und redet mit den netten Herren von der Polizei und schwupps:
Wir sind die Idioten!
Ja, meinte dann der eine Beamte, ob es nicht etwas KLEINLICH von mir sei so einen Aufriss zu machen weil der Vermieter kurz in meiner Wohnung stand.
Wie bitte ?????????
Ich teilte ihm mit das er wohl kaum die Hintergründe kenne.
Nun mischte sich der andere Beamte noch ein und meinte, naja es sei doch so - ich hätte ja auch verletzt in der Wohnung liegen können! Waaaaaaaaaaaaas?????
Falscher Film?
Warum sollte ich verletzt in meiner Wohnung liegen? Was hat das mit dem Thema zu tun? Und vorallem wieso sollte es meinen Vermieter/Erzeuger/Täter interessieren ob ich verletzt in meiner Wohnung liege ?
Ihn hat ja auch nicht interessiert ob ich beim sexuellen Missbrauch durch seinen Schwiegervater verletzt werde!!!
Das habe ich natürlich nicht laut ausgesprochen. Habe meiner Freundin gesagt, ich könne nicht mehr und würde jetzt gehen und die Klinik anrufen.
Später dann erzählte mir meine Freundin, daß die Polizisten wohl etwas irritiert waren und mein Vermieter/Erzeuger/Täter daraufhin selbstmitleidig erzählte, ja seine Tochter habe psychische Störungen und sie rede ja auch nicht mehr mit ihm.
Und er habe ja nie vorgehabt meine Sachen zu entsorgen, er würde das ja aussortieren.
Und was das Auftauchen in meiner Wohnung beträfe - er habe schon aus dem Hausflur aus gerufen...
Dann fragte er noch ob er denn nun eine Straftat begangen habe, was die Beamten verneinten.
Daraufhin grinste er meine Freundin triumphierend an, drehte sich um und ging zu seinem Kumpel um sich mit dem erst mal kringelig zu lachen.
Herzlichen Glückwunsch!
Die beiden Beamten kamen dann noch in meine Wohnung um zu fragen ob ich jetzt eine Anzeige machen wolle oder ob es vielleicht nicht doch zu banal war...
Ich erklärte ihnen das ich mich in psychatrischer Behandlung befände wegen dieses Menschen und das mein Arzt mir geraten hat dem Täter zu meiden und dann stünde der Täter plötzlich in meiner Wohnung. Wie sie da reagiert hätten, fragte ich, woraufhin beide etwas ratlos dreinblickten.
Von dem "netten" Schreiben was der Vermieter/Erzeuger/Täter meiner Freundin dann später noch in die Hand drückte, berichte ich an einem anderen Tag.
Für heute habe ich fertig - ich kann nicht mehr!

Sonntag, 23. August 2009

Hilfe annehmen können



Heute möchte ich aus aktuellem Anlaß mal darüber schreiben, wie wichtig es ist Hilfe auch anzunehmen.
Viele Überlebende scheinen irrtümlicherweise immer noch der Meinung zu sein, daß sie allein mit sich im stillen Kämmerlein mit ihrem Mißbrauch und der erfahrenen Gewalt umgehen können.

Ich selbst habe lange Zeit gebraucht um einzusehen, das dem nicht so ist. Man kann es nicht allein schaffen!
Man kann sich eine Mauer aufbauen, kann sich im Vergessen üben, alles in Schubladen verstecken aber irgendwann holt einen die Vergangenheit doch ein.

Erst heute musste ich am eigenen Leib erfahren wie gefährlich es sein kann, seinen wunden Punkt öffentlich zu stellen.

Verbitterte Sprüche , welche ich mir anhören musste,wie : "steig von deiner Welle aus Selbstmitleid runter", "du bist arrogant", "du fühlst dich als was besseres", "dir ist nicht mehr zu helfen" etc. ...
... beweisen mir wieder einmal mehr, wie wichtig die Hilfe von Profis ist!


Drum ihr Lieben, traut euch euch helfen zu lassen.
Wendet euch an euren Hausarzt eures Vertrauens, den Weißen Ring, einem Krisenzentrum in eurer Stadt oder ähnlichen Enrichtungen.
Niemand dort wird euch als Lügner hinstellen oder eure Probleme herrunterospielen.

Traut euch!

Samstag, 22. August 2009

Teil 8 - Liebesentzug und andere Grausamkeiten




Von wirklichem Liebesentzug kann man eigentlich gar nicht sprechen, denn wo nichts ist kann man auch nichts entziehen.
Fakt war, ich fühlte mich wie ein Klotz am Bein meiner Familie.
Mein kleiner Bruder hatte Narrenfreiheit und war der süße geliebte Kronprinz der Sippe.
Sobald er sprechen konnte, zollte er mir seinen nicht vorhandenen Respekt mit Sprüchen wie "Pissnelke" und anderen Nettigkeiten.
Naja irgendwie kann ich es dem kleinen Scheißer nicht verübeln - er hat es ja nicht anders gelernt!

Einmal hatte ich so einen kleinen Zauberwürfel (wie es sie in den 80ern zu Hauf gab). Ich drehte den ganzen Tag an diesem kleinen Ding rum - eine herrliche Ablenkung zu versuchen alle Seiten des Würfels wieder einfarbig zu bekommen.
Mein kleiner Bruder fand das sehr interessant und wollte diesen Würfel haben.
Da ich aber aus Erfahrung wusste, daß das kleine verwöhnte Prinzchen alles kaputt macht was es in die Finger bekommt, wollte ich meinen Schatz nicht hergeben.
Er fing an zu toben und zu schreien bis Mami aus dem Schlafzimmer gestürmt kam.
Mit einem wütenden :"Ich will schlafen!" knallte sie mir eine mitten ins Gesicht, riss mir den Würfel aus der Hand und gab ihm meinem Bruder.
Das kleine feist grinsende Gesicht muss ich wohl nicht extra beschreiben...

So lief es mit allen Dingen. Mein kleiner Bruder wusste genau wie er seinen Willen durchzusetzen hatte und das nutzte er auch schamlos aus. Er wusste ja, daß ich immer die Verliererin war. Blut ist eben doch dicker als Wasser (ein Spruch den meine "Omi" später mal meiner leiblichen Oma am Telefon drückte.)

Um wenigstens ein paar Zärtlichkeiten zu bekommen, musste ich mich schon anstrengen.
Für eine halbe Stunde Mami massieren bekam ich 1x Rücken hoch und runter mit Mamis Fingernägeln. Mehr war nicht drin.
Die restlichen "Zärtlichkeiten" bekam ich ja schon von Opi ... sorry für meinen Sarkasmus, ich kann anders damit nicht umgehen ohne ....egal...

Als meine Eltern mal nicht da waren und ich wieder mal überlegte wie ich mich bei ihnen in Erinnerung bringen konnte, kam mir die Idee: ich backe ihnen was Tolles!
Gesagt getan - Rezept gewählt und losgelegt.
Ich war so stolz auf meine tolle Idee - das würde ihnen bestimmt gefallen.
Leider war ich als Kind nicht die beste Bäckerin und so passierte es, daß meine tollen Kekse alle ineinanderliefen und eine breite Masse sich über das Backblech ergoß.
Ok, es war nicht perfekt, aber die gute Absicht musste doch erkennbar sein.
Meine Eltern kamen nach Hause und ich präsentierte ihnen voller Stolz mein etwas misslungenes Backwerk.
Doch anstelle der erwarteten Freude bekam ich eine Tracht Prügel weil ich ohne zu fragen an den Herd gegangen bin und auch noch das Blech versaut habe.
Mission Überraschung nicht gelungen!
Selbst zum Backen war ich zu blöd.

Das Leben in dieser Familie wurde für mich immer schwieriger und ich kappselte mich immer mehr ab. Entweder verbrachte ich meine Zeit im Keller oder streunte alleine durch die Wälder.
Eines Tages machte ich dann eine Entdeckung...
Meine Mami hatte eine wesentlich jüngere Freundin mit der sich oft etwas unternahm. Diese Freundin hatte einen noch jüngeren Bruder der aussah wie David Bowie. Er war gerade mal volljährig und der Schwarm aller Mädchen im Dorf.
Die beiden waren oft bei uns.
Unsere Küche hatte zwei Türen - die eine führte vom Flur aus in die Küche, die andere Tür zum Esszimmer wieder hinaus.
Ich kam vom Flur rein und suchte Mami, als ich komische Geräusche aus der Küche hörte. Aus Angst vor Ärger schlich ich mich ganz leise zur Tür und konnte beobachten wie Mami und "David Bowie" sich so küssten wie es eigentlich Eltern tun.
Ich war total geschockt!
Was tat sie da ? Wusste mein Papa das ?
Meine Erfahrung sagte mir, über sowas darf man nicht sprechen - es sei denn man bettelt regelrecht um Schläge.
Also nahm ich dieses Geheimnis in mich auf und verlor nie ein Wort darüber...

Meine Reaktionen jedoch wurden immer provokanter. Ich widersetzte mich fast jedem Verbot.
Ein Verbot war: wenn Mami und Papa nicht zu Hause waren, blieb der Fernseher aus!
Mami hielt sowieso alle Kindersendungen für Schwachsinn und so war es nicht verwunderlich das diese Sendungen erst recht einen großen Reiz auf mich ausübten.
So auch an diesem bestimmten Tag ...
Ich saß im Esszimmer vor der Glotze und genoß es alleine zu sein. Plötzlich hörte ich das Auto meiner Eltern und machte panisch den Fernseher aus. Sie kamen viel zu früh!
Schnell noch das Esszimmer etwas aufräumen - da waren sie schon.
Ich versuchte mit meinem liebenswürdigsten Lächeln ein Hallo rauszubringen, als Mami schon schnurrstracks auf den Fernseher zuging und ihre Hand drauflegte.
Wütend drehte sie sich um und knallte mir eine. Ich wusste gar nicht wie mir geschah - der Fernseher war doch aus. Wie um alles in der Welt konnte sie wissen, daß ich fern gesehen hatte? (naja heute weiß ich es...)
So ergab eins das andere ... ich versuchte natürlich mich mit kindlich dummen Ausreden zu retten. Mein Papa knallte mir so heftig ins Gesicht, daß ich rückwärts taumelte, mit dem Kopf gegen ein sechseckiges Schränkchen knallte und letztendlich mit dem Kopf auf dem harten Mamorfussboden aufschlug.
Mein Pech: dabei riss ich den geliebten Farn von Mami, welcher auf den Schränkchen stand mit solch einer wucht runter, das sie ihn nicht mehr retten konnte. Das brachte mir noch mal eine extra Tracht Prügel ein!